GEW Baden-Württemberg
Schulstruktur wackelt auch in Baden-Württemberg
Nur noch ein anderer OECD-Staat trennt die Kinder so früh
Mehr zu: Baden-Württemberg, Schulentwicklung, Schulstruktur, Schulträger, Schule"Die Landesregierung sollte sich an ihren Nachbarn in Rheinland-Pfalz orientieren und rechtzeitig die Weichen für eine Reform des überholten dreigliedrigen Schulsystems im Südwesten stellen. Mit dem Festhalten an der Trennung der Kinder nach der vierten Klasse blockieren CDU und FDP eine moderne Schulentwicklung auf Kosten der Kinder und Jugendlichen", sagte am Dienstag (30.10.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Rheinland-Pfalz will ab 2009 die Hauptschule abschaffen.
Die GEW macht sich dafür stark, dass integrative Schulversuche in Baden-Württemberg gestartet werden. "Die Initiative aus Oberschwaben hat viel bewirkt. Überall im Land machen sich derzeit Schulen, Schulträger und Elterninitiativen auf den Weg und diskutieren neue pädagogische Konzepte für längeres gemeinsames Lernen. Der Druck auf die Landesregierung auch aus den eigenen Reihen wird zunehmen. Ministerpräsident Günther Oettinger und Kultusminister Helmut Rau werden ihre Blockadehaltung nicht lange aufrechterhalten können", so Dahlem.
Die GEW wird am 24.11. in Ludwigsburg auf einem landesweiten Bildungskongress mit dem Titel "Heraus aus der Sackgasse – Eine Schule für alle!" die Debatte aufgreifen und mit Expert/innen nach Lösungen für integrative Schulen suchen. "In der OECD gibt es nur noch 17 Länder, in denen die Kinder mit zehn Jahren auf verschiedene Schularten verteilt werden, 16 davon sind in Deutschland", so Dahlem. Von den 30 untersuchten OECD-Staaten verteilen nur Deutschland und Österreich die Kinder im Alter von zehn Jahren auf verschiedene Schularten. In der Mehrheit der Länder (19 Staaten) findet die erste Selektion auf verschiedene Schularten statt, wenn die Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahre alt sind. (Quelle: OECD-Bericht "Bildung auf einen Blick 2006")
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