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Letzte Änderung: 09.02.2012, 11:39
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START-Mecklenburg-Vorpommern wächst: Zweiter START-Stipendiatenjahrgang aufgenommen

Rückblick auf erfolgreiches erstes START-Jahr

Mehr zu: Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Migration, Praktikum, Stiftungen, Stipendien, Training, Übergang zur Berufsausbildung, Berufliche Bildung, Schule
Schwerin, 20.11.2007 -
  • Feierliche Aufnahmezeremonie im Rittersaal
  • Insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund werden durch fünf Partner gefördert

Elf leistungsstarke und sozial engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Schweriner Rittersaal in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. Die acht Mädchen und drei Jungen wurden von fünf Projektpartnern, die START in Mecklenburg-Vorpommern wie im vergangenen Jahr als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten, aus rund 50 Bewerbern ausgewählt. Die 14 bis 19 Jahre alten Stipendiatinnen und Stipendiaten sind chinesischer, irakischer, kasachischer, moldawischer, nigerianischer, russischer, srilankischer, ukrainischer und vietnamesischer Herkunft und besuchen die Klassen 8 bis 11 in sieben Gymnasien, einem Wirtschaftsgymnasium und der Werkstattschule Rostock. Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die Schülerinnen und Schüler eine finanzielle wie auch eine ideelle Förderung.

Seit seiner Einführung im November 2006 hat das START-Programm in Mecklenburg-Vorpommern ein erfreuliches Wachstum gezeigt: Mit den elf neu aufgenommenen Stipendiatinnen und Stipendiaten umfasst das Programm mittlerweile die Förderung von insgesamt 14 Schülerinnen und Schülern. Die fünf Förderer - die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Freudenberg Stiftung, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, die RAA Mecklenburg-Vorpommern e.V. und die UBS Optimus Foundation Deutschland - haben das ursprünglich bei 90.000 € liegende Finanzvolumen im zweiten START-Jahr auf insgesamt rund 130.000 € erhöht. Die Stiftungen und das Bildungsministerium tragen gemeinsam die Finanzierung der Stipendien. Die RAA Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat darüber hinaus für die Projektbetreuung die Stelle einer Landeskoordinatorin eingerichtet.

Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern, unterstreicht: "Ich bin sehr beeindruckt von den Begabungen, von der Beherrschung der deutschen Sprache, vom Engagement und vom Ehrgeiz der Schülerinnen und Schüler aus Einwanderfamilien in unserem Land, die oftmals schon sehr schwierige Lebenssituationen erleben mussten. Mit diesem START-Stipendium haben sie die Möglichkeit, sich noch stärker auf die Schule zu konzentrieren, und es ermutigt sie dazu, entsprechend ihrer Talente einen höheren Bildungsweg einzuschlagen. Dieses START-Programm wird aber nicht nur die Biografien der Stipendiaten und ihrer Familien verändern, sondern auch einen positiven Impuls für die Integration, den Dialog und mehr Toleranz in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus geben."

"Das erfolgreiche erste START-Jahr in Mecklenburg-Vorpommern hat gezeigt: Bildung ist der Schlüssel für eine gelingende Integration von Migrantenkindern in unsere Gesellschaft - eine Gesellschaft, die auf Zuwanderer angewiesen ist. Die START-Stipendiaten, Jugendliche mit großem Persönlichkeitspotenzial, fungieren als Botschafter und zeigen, dass man es in Deutschland als Zuwanderer zu etwas bringen kann. Diese Jugendlichen wollen wir weiter unterstützen", so Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH.

Die an START beteiligten Projektpartner, die bereits im vergangenen Jahr an der Vergabe von sieben Stipendien mitgewirkt haben, unterstreichen die Relevanz des Stipendienprogramms: "Von START profitieren nicht nur die ausgewählten Stipendiaten: START strahlt aus. Das Signal, dass Leistung sich lohnt und gesellschaftlich anerkannt wird, wird von den Stipendiaten in Schulen, Vereine und nicht zuletzt in ihre Familien getragen. Die Stipendiaten machen anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund Mut, sich in Deutschland für ihre Bildung und damit für eine positive Zukunft zu engagieren."

Als "Investition in Köpfe" soll START einen Beitrag zu Integration und Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten. Darüber hinaus hat das Stipendienprogramm zum Ziel, begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen zu erleichtern. So werden die START-Stipendien zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei besonders guten Leistungen und anhaltendem gesellschaftlichen Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Diese Ziele haben die ersten vier START-Stipendiaten, die in diesem Jahr ihr Abitur abgelegt haben, mit Bravour erreicht. Auf ihrem Weg zum Abitur erhalten die jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten eine besondere Unterstützung in Form eines PCs mit Internetzugang und monatlich 100 € Bildungsgeld. Den Kern des Stipendiums bilden Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, themenspezifische Seminare, Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika.

Welche Bedeutung diese Förderung hat, erläutert die 18-jährige Namidar Birhimeoglu, die im vergangenen Jahr in das START-Programm in Schwerin aufgenommen wurde: "START hat mein Leben sehr positiv verändert. Dieses Programm bietet mir die Möglichkeit an Seminaren teilnehmen zu können, um neue Erfahrungen zu sammeln. START gibt mir die Chance neue, bewundernswerte Schüler aus verschiedenen Bundesländern Deutschlands kennen zulernen, mit ihnen gemeinsam zu lernen und neues zu erkunden. Die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen mit meinen Mitstipendiaten erfreuen mich jedes Mal aufs Neue."

In den einzelnen Bundesländern finden außerdem gesonderte START-Aktivitäten statt. In Mecklenburg-Vorpommern zählten dazu bislang ein Ökologie-Seminar im Zukunftszentrum Mensch - Natur - Technik - Wissenschaft in Nieklitz, Exkursionen nach Hamburg und ein Konzert- und ein Theaterbesuch sowie Regionalgruppentreffen in Rostock mit Führung durch die Universität sowie die Besichtigung des Müritzeums in Waren. Auch für die Neuankömmlinge hält das Programm lehrreiche und spannende Projekte bereit. Geplant sind neben dem Bildungsseminar "Rhetorik" in diesem Jahr noch ein PC-Training und der Besuch des Balletts "Schwanensee" im Volkstheater Rostock.

Im START-Programm werden im Schuljahr 2007/2008 rund 500 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, konnte START mittlerweile mit Hilfe von rund 90 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut werden. Neben Mecklenburg-Vorpommern und Hessen gibt es START auch in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Seit dem Schuljahr 2006/2007 gibt es auch in Wien, Österreich, zehn START-Stipendiaten.

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