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Kinder mit Migrationshintergrund brauchen eine gezielte Leseförderung

IQSH-Landesfachtag "Interkulturelle Bildung und Erziehung" setzt hier seinen Schwerpunkt

Mehr zu: Hauptschule, Leseförderung, Migration, Schleswig-Holstein, Sprachförderung, Sprachstand, Schule
Kiel, 24.11.2007 -

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu guten Bildungsabschlüssen zu führen, ist eine wichtige Aufgabe auch für Schleswig-Holstein. "Wir sind mit unserem bildungspolitischen Ansatz der individuellen Förderung und des längeren gemeinsamen Lernens auf dem richtigen Weg", sagte Ministerialdirigentin Doris Köster-Bunselmeyer vom Bildungsministerium in ihrer Begrüßung auf dem IQSH-Landesfachtag "Interkulturelle Bildung und Erziehung" (24. November) in der Sparkassenakademie in Kiel-Mettenhof. So könne auch das Begabungspotential der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besser ausgeschöpft werden. "Unser Ziel ist: Niemand soll zurückgelassen werden und niemand soll die Schule ohne Abschluss verlassen", erläuterte sie die Perspektive der Landesregierung.

Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf: Rund 12% der im letzten Schuljahr eingeschulten Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein haben einen Migrationshintergrund; bei den unter 6 Jährigen sind es bereits 23% und in den Städten liegt die Quote noch deutlich höher. Oft scheitert der Bildungserfolg dieser Kinder an den Deutschkenntnissen. So verfügen etwa 20 % der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein noch nicht über eine ausreichende Lesefertigkeit, um den Anforderungen der Gesellschaft und der Arbeitswelt zu genügen. Rund die Hälfte von ihnen hat einen Migrationshintergrund.

Daher setzte der IQSH-Landesfachtag "Interkulturelle Bildung und Erziehung" als Angebot für die Experten in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Leseförderung. "Der Beratungs- und Informationsbedarf ist groß", so IQSH-Landesfachberaterin Reinhild Süßenguth. "Wir wollen den über 100 Erzieherinnen, Lehrkräften, Kinderärzten, Psychologen und Interessierten in Vorträgen und Workshops Hintergrundinformationen und Anregungen geben, wie eine gezielte Leseförderung aussehen kann und ihnen konkrete Projekte präsentieren", beschrieb sie die Zielsetzung der Fachtagung. So wurden neben den beiden Fachvorträgen "Gezielte Leseförderung als Grundlage für die Entwicklung von Textkompetenz" sowie "Sprachförderung durch gestisches Erzählen in der Grundschule" unterschiedliche Projekte vorgestellt wie z. B. das erfolgreiche Hauptschulprojekt "Niemanden zurücklassen – Lesen macht stark", das Projekt des Norderstedter Zentrums für Deutsch als Zweitsprache "Individuelles Lesetraining in Büchereien" oder das Projekt "Family Literacy" aus Hamburg, das Möglichkeiten zur Einbindung von Eltern aufzeigt. Zudem informierte das Modellprogramm "FörMig" (Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund) über die Entwicklung eines Gesamtkonzepts für Schleswig-Holstein zur durchgängigen Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Weitere Informationen:
www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/SchulischeBildung/
SchulartuebereifendeThemen/InterkulturelleBildung/
interkulturellebildung__node.html__nnn=true

Aktuelle Informationen:
iqsh.lernnetz2.de/content/news.php?group=2&ugroup=0

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