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VBE: Schüler können Lehrer nicht wegzappen

Mehr zu: ADHS, Baden-Württemberg, Ranking, Schule
Stuttgart, 28.11.2007 -

Wenn Schüler in Internetforen Lehrer beurteilen, suchen sich diese meist ein Ventil, um ihrem Frust Luft zu verschaffen. Das sei aus Schülersicht verständlich, räumt der Sprecher des Verbandes Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg ein, dabei komme es jedoch vor al­lem dann zu Un­gerechtigkeiten, wenn den kritisierten Pädagogen Rah­men­bedingungen an den Schu­len zur Last gelegt werden, auf die Lehrer nur wenig oder gar keinen Einfluss ha­ben und zu denen die Schüler oft selbst negativ beitragen.

"Immer mehr Kinder und Jugendliche können sich im Unterricht immer weniger konzentrie­ren und stören dadurch sich und andere", moniert der VBE. Die Zahl ver­­haltensauffälliger Schüler steigt unaufhaltsam; immer mehr brauchen profes­sionelle Hilfe. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Schülerschaft leidet am Auf­merk­sam­keitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität (ADHS), ist sozial, emoti­onal oder psy­chisch auffällig oder hat Entwicklungsstörungen. Die Situa­tion in den Klas­sen­zimmern verschärfe sich, beklagt der VBE. Etliche Schüler lebten ihre fami­li­ä­ren und persönlichen Probleme ungehemmt in der Schule aus.

Manchen Kindern fehlt schlichtweg die häusliche Erziehung, so dass Umgangs­formen in der Schule erst eingeübt werden müssen. Hinzu kommt, dass Schüler mit den Folgen permanenter medialer Reizüberflutung nicht fertig werden. Ex­zessive Internetnutzung und reichlicher Fernsehkonsum bis in die späte Nacht ver­ringern bei den jungen Menschen die Fähigkeit, alle Eindrücke und Reize richtig zu verarbeiten und in der Schule fachlich entsprechend mitzukommen.

Das Fernsehen liefert Infor­mationen in kurzen Sequenzen. Die Kinder und Ju­gendlichen haben sich an die schnellen Bilder­wechsel gewöhnt und erwarten auch von den Lehrern rasche Schnitte und ständige Methoden­wechsel. Die Fol­gen liegen auf der Hand: Die Schüler wollen durch den Unterricht wie durch das Fernsehprogramm "zappen". Aus­dauer und Konzentra­tion haben bei Kindern und Jugendlichen dramatisch abgenommen, entsprechend schlecht wird dann der Unterricht des Pädagogen bewertet. Lehrer kön­nen gesellschaftliche Miss­stände zwar angehen, diese jedoch höchstens abmildern, niemals ganz kompen­sieren. All dies müsste bei einer Lehrer-Bewertung durch Schüler mit einfließen. Ob Jugendliche das wirklich objektiv und ohne Verletzungen der Lehrer bewäl­ti­gen können, zweifelt nicht nur der VBE an.

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