Philologenverband Baden-Württemberg
Kölner Oberlandesgerichtsurteil ist eine schallende Ohrfeige gegen schulischen Erziehungsauftrag
Philologenverband Baden-Württemberg zur Lehrerbenotung im Internet
Mehr zu: Baden-Württemberg, Ranking, spickmich.de, Schule"Das Urteil des Oberlandesgerichts Köln, das die Klage einer Lehrerin gegen das Internet-Portal "spickmich.de" zurückgewiesen hat, ist eine schallende Ohrfeige gegen den Erziehungsauftrag der Schule", so der Kommentar von Karl-Heinz Wurster, den Landesvorsitzenden des Philologenverbandes Baden-Württemberg. Das Urteil ist nach Auffassung des Verbandes nicht geeignet, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern zu schaffen. Die anonyme Bewertung ermögliche es den Schülern, unter verschiedenen Adressen Lehrer an den Pranger zu stellen. Damit sei Missbrauch möglich. Durch die Ermittlung von Durchschnittsnoten werde bei Außenstehenden der Eindruck erweckt, es handele sich um eine objektive Beurteilung. Während Schüler ihre Noten anfechten könnten, sei Lehrern, die anonym im Internetportal bewertet würden, diese Möglichkeit verwehrt.
Der Philologenverband setzt auf eine faire Partnerschaft aller am Schulleben Beteiligten. Warum werden nicht Verständigungswege in der Schule beschritten, die die Persönlichkeitsrechte der Lehrerinnen und Lehrer respektieren, die das offene und ehrliche Gespräch zwischen Schülern und Lehrern fördern und einen Beitrag für ein gutes Schulklima liefern?
Wenn Schüler der eigenen Schule und sogar schulfremde Personen sich auf einschlägige Lehrerbewertungsseiten einloggen und Urteile über Lehrer anonym abgeben können, sind nach Auffassung des baden-württembergischen Philologenverbandes der Manipulation Tür und Tor geöffnet. "Dann können Lehrer im Internet gemobbt werden, dann können Schulfrust und Wut über auch selbst durch Fehlverhalten verschuldete schlechte Schülerleistungen auf die Lehrer abgewälzt werden", so der PhV-Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster. "Wir sind für eine faire und offen geführte Gesprächskultur!"
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