Ausgesprochen erfreulich nennt die hessische Kultusministerin Karin Wolff als Sprecherin der CDU/CSU-geführten Länder die durchgesickerten Ergebnisse der PISA-Studie.
Wenn sich bewahrheite, dass Deutschland im Schwerpunktthema Naturwissenschaften ins obere Viertel vorgestoßen und international aufgerückt sei, könne man sich über einen gemeinsamen Erfolg der Reformanstrengungen von Ministerien und Schulen freuen. Dieses Ergebnis würde die positiven Resultate der IGLU-Studie untermauern und weitere Reformen beflügeln.
"Sehr verärgert" sind die Kultusminister der CDU/CSU-geführten Länder allerdings über die Vorabveröffentlichung und die Kommentierung durch den OECD-Mitarbeiter Schleicher. Offenbar aus ideologischen Gründen könne Schleicher es nicht ertragen, wenn Deutschland im Bereich der Bildung durch erhebliche pädagogische Reformen besser geworden sei und sich nicht auf das Gleis der Schulstrukturdebatte begeben habe. Es sei nicht hinnehmbar, dass Herr Schleicher die PISA-Ergebnisse vorab bewertet und seine persönliche Meinung dabei über empirische Befunde stellt, die noch nicht einmal veröffentlicht sind. "Wenn das OECD-Konsortium diejenigen mit hohen Konventionalstrafen bedroht, die vorab Informationen herausgeben, und dann ein OECD-Vertreter selbst mit Aussagen vorab an die Öffentlichkeit geht, ist das ein einmaliger Vorgang und Regelvorstoß. Herr Schleicher muss deshalb von seinen Aufgaben bei der OECD entbunden werden."