Niedersächsisches Kultusministerium
Doppelter Abiturjahrgang - Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Studierende können optimistisch in die Zukunft schauen
Mehr zu: G8, Niedersachsen, Stundentafel, Schule"Die niedersächsischen Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern, Lehrkräfte und die Studienanfängerinnen und -anfänger haben allen Grund, den Jahreswechsel entspannt zu begehen und optimistisch in die Zukunft zu schauen." Darauf hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (28.12.2007) in Hannover hingewiesen. Insbesondere seien auch die Vorkehrungen für den doppelten Abiturjahrgang 2011 getroffen.
"Wer bisher das Gymnasium erfolgreich durchlaufen hat, wird den gymnasialen Bildungsgang auch in Zukunft mit Erfolg abschließen können", so Busemann. Das achtjährige Gymnasium sei nicht schwerer als das neunjährige Gymnasium. Auch die Anzahl der Unterrichtsstunden, die ein Schüler bis zum Abitur erhält, bleibe insgesamt gleich, sie würden lediglich anders auf die acht Schuljahre verteilt, machte Busemann deutlich. Nach Erfahrungen aus Bundesländern, die das 8-jährige Gymnasium (G 8) schon länger eingeführt haben, wie z.B. Sachsen und Thüringen, besuchten dort weder prozentual weniger Schüler ein Gymnasium als in vergleichbaren Ländern mit 9-jähriger Gymnasialzeit (G 9), noch sei dort die Abiturquote niedriger.
Der erste "G8-Jahrgang" in Niedersachsen habe zwar noch ein Jahr lang die Orientierungsstufe besucht, bevor er im 6. Schuljahrgang auf das Gymnasium oder in den Gymnasialzweig der nach Schulzweigen gegliederten Kooperativen Gesamtschule wechselte. "Diese Schülerinnen und Schüler haben aber damit bereits ein Jahr länger das Gymnasium besucht als der letzte G9-Jahrgang, der noch die 5. und die 6. Klasse in der Orientierungsstufe verbracht hatte", so Busemann. Die Schülerinnen und Schüler im achtjährigen gymnasialen Bildungsgang, der derzeitige 9. Jahrgang, hätten mit der zweiten und dritten Fremdsprache, den drei naturwissenschaftlichen Fächern und dem Unterricht mit besonderem Schwerpunkt, dem so genannten Profilunterricht, ein oder zwei Schuljahre früher begonnen. Die "G8-Schüler" erhielten dieselben Thematischen Schwerpunkte zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung und absolvierten 2011 zeitgleich mit denselben Aufgabenstellungen die Abiturprüfung wie die Schülerinnen und Schüler des jetzigen 10. Jahrgangs.
Durch die veränderten Stundentafeln und den Unterricht nach den neuen Kerncurricula sei sichergestellt, dass die G8-Schülerinnen und -Schüler inhaltlich den Anschluss an die Schülerinnen und Schüler des G9- Schuljahrgangs noch vor Eintritt in den gemeinsamen Unterricht in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe (die letzten drei Jahre vor dem Abitur) erreichen. Sollten im Einzelfall einzelne G8-Schülerinnen und –Schüler dennoch einen speziellen Förderbedarf haben, so seien die Schulen aber auch darauf vorbereitet. "Dafür erhalten die Gymnasien ab dem 1.2.2008 ein zusätzliches Budget, mit dem die Schulen in eigener Verantwortung z. B. Mehrarbeitsvergütungen gewähren oder Verträge mit pensionierten Fachlehrkräften, geeigneten Lehramtstudierenden oder ausgebildeten Referendaren schließen können, die dann diese spezielle Förderung durchführen", erläuterte Busemann. Ziel sei es, bei entsprechend festgestelltem Bedarf eventuelle Kenntnisdefizite in bestimmten Fächern wie z. B. Mathematik, Deutsch oder Fremdsprachen auszugleichen. Das Volumen für die zusätzliche Förderung betrage knapp 2 Mio. Euro.
Auch die Sorge, ein doppelter Abiturjahrgang führe zu Engpässen bei Studien- oder Ausbildungsplätzen sei unbegründet. "Die Bundesländer führen das Abitur nach 12 Jahren gestaffelt zu unterschiedlichen Zeitpunkten ein. Bundesweit werden 90.000 Studienplätze geschaffen. Allein Niedersachsen richtet 11.210 neue Studienplätze in der Zeit von 2007 bis 2010 ein. In der ausbildenden Wirtschaft wird auf Grund eines durch die rückläufige Bevölkerungsentwicklung erwarteten künftigen Fachkräftemangels eine verstärkte Nachfrage nach Abiturienten erwartet", so Wissenschaftsminister Lutz Stratmann abschließend.
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