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Pressemeldung
Deutsches Studentenwerk

Deutsches Studentenwerk: Viel mehr Erstsemester möglich!

Mehr zu: BAföG, Bildung in Zahlen, Hochschule
Berlin, 12.12.2007 -
  • Zahl der Schulabsolventen stark angestiegen, Zahl der Studierenden nicht in demselben Umfang
  • DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: "Mehr Erstsemester kein Grund zur Euphorie"
  • Erstsemesterzahlen kein Nachweis, dass Studiengebühren nicht abschrecken
  • DSW fordert eine gesicherte Finanzierung von Studium und Studiengebühren sowie Ausbau der Studienplatz-Kapazitäten

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) sieht in dem leichten Anstieg der Studienanfängerquote auf 36,6 %, wie sie das Statistische Bundesamt heute mitgeteilt hat, keinen Grund zur Euphorie. Der Studentenwerks-Dachverband erinnert an das Ziel der Bundesregierung, die Studierquote insgesamt auf 40% zu steigern.

"Es könnten bedeutend mehr Erstsemester sein", sagte DSWGeneralsekretär Achim Meyer auf der Heyde. "Wir freuen uns zwar, dass der Abwärtstrend bei den Neuimmatrikulierten gestoppt zu sein scheint", sagte Meyer auf der Heyde, "den seit 2003 von 38,9 auf 35,7 % in 2006 gesunkenen Studienanfängerquoten stehen im gleichen Zeitraum aber stark gestiegene Schulabsolventenzahlen von 370.000 auf 414.000 gegenüber." Seine Schlussfolgerung: "Legt man den vom Statistischen Bundesamt zugrundegelegten Alterszeitraum von 19 bis 24 Jahren bei der Berechnung der Übergangsquote Schule-Hochschule zu Grunde, dann müsste die Studienanfängerquote heute wesentlich höher sein. Stattdessen ist ein Teil der Hochschulzugangsberechtigten in die duale Berufsausbildung abgewandert: im Ausbildungsjahr 2006 95.600 junge Leute gegenüber 77.400 im Jahr 2002."

Für den DSW-Generalsekretär bedeuten die gestiegenen Erstsemester-Zahlen daher "keineswegs den Nachweis, dass Studiengebühren nicht abschrecken", wie es einige Bundesländer behaupten. "Das ist eine zumindest etwas vorschnelle Behauptung angesichts der Tatsache, dass wir weit mehr Erstsemester zählen könnten, wenn alle auch tatsächlich ein Studium aufnehmen, die die formale Berechtigung dazu haben", sagte Meyer auf der Heyde.

Neben reduzierten Studienplatzkapazitäten durch zum Teil flächendeckende numeri clausi könnten eben doch Studiengebühren ein Grund dafür sein, dass nicht alle studieren, die die Berechtigung dazu haben, erklärt Meyer auf der Heyde. Darauf deute auch der auffallende und deutliche Anstieg der Erstsemester in den Gebühren-freien Ländern hin. Er hält weitere empirische Untersuchungen bzw. Befragungen für notwendig, um gesicherte Aussagen darüber treffen zu können, welche sozialen Folgen die Studiengebühren haben. Auch wiederholte er die DSW-Forderung, dass die Länder Studiengebühren durch großzügige Stipendien sozial abfedern.

Es wäre fatal, nun "zufrieden die Hände in den Schoß zu legen", sagte Meyer auf der Heyde. Über eine stetige Weiterentwicklung des BAföG müsse ein Studium insbesondere für hochschulferne Schichten attraktiver werden, forderte Meyer auf der Heyde. Ein "Gebot der Stunde" für Bund und Länder sei aber auch der Ausbau der Studienplatzkapazitäten und der sozialen Infrastruktur des Studiums.

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