Bayerischer Philologenverband (bpv)
"Gymnasien brauchen stärkere Unterstützung"
bpv: Spürbare Entlastungen mit 15 – 20 Millionen Euro jährlich machbar
Mehr zu: Bayern, Gymnasium, Stundentafel, SchuleEine stärkere Unterstützung der Gymnasien bei der Umstellung von einem neun- auf einen achtjährigen Bildungsgang hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes Max Schmidt angemahnt. "Das ganze Ausmaß der Folgen des Verkürzungsbeschlusses scheint bislang noch nicht allen politisch Verantwortlichen in Bayern wirklich bewusst zu sein", sagte Schmidt am Rande einer Vorstandssitzung seines Verbandes in München.
"Die Einführung von Intensivierungsstunden und der Bau von Mensen sind notwendige Investitionen in das achtjährige Gymnasium. Aber darin darf sich die Unterstützung nicht erschöpfen", forderte der bpv-Vorsitzende. Auf die Belastungsdiskussion im G8 mit der neuerlichen Suche nach weiterem Kürzungs- und Einsparpotenzial in Lehrplänen und Stundentafeln zu reagieren, hält der bpv-Vorsitzende für "einen grundfalschen Ansatz. Kürzungen wären keine Investitionen in die Zukunft unserer Kinder. Auf Dauer würden sie das Gymnasium nicht stärken, sondern destabilisieren", warnte Schmidt. Damit erteilte er gleichzeitig Forderungen eine Absage, das achtjährige Gymnasium zur reinen Vormittagsschule zurückzubauen.
Die Politik müsse dem Umstand Rechnung tragen, dass das G8 den gymnasialen Bildungsauftrag ohne Nachmittagsunterricht nicht erfüllen könne. Für die dazu erforderliche neue Rhythmisierung des Unterrichts und den Abbau von Überlastungen brauche man nicht nur eine kräftige Aufstockung bei den Lehr- und Verwaltungskräften: "Die Ausweitung des Gymnasiums in den Nachmittag erfordert jetzt zwangsläufig auch fest angestelltes Aufsichts- und pädagogisches Personal." Nach Schätzungen des Philologenverbandes würde sich mit jährlichen Investitionen von 15 - 20 Millionen Euro für qualifiziertes pädagogisches Betreuungspersonal an den rund 400 bayerischen Gymnasien eine spürbare Entspannung für Schüler wie Lehrkräfte erzielen lassen. "Die schüler- und lehrerfreundliche Verbesserung der Rahmenbedingungen sollte den politisch Verantwortlichen diese vergleichsweise bescheidene Summe schon wert sein", forderte Schmidt mit Blick auf die derzeit in Wildbad Kreuth tagende CSU-Fraktion.
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