GEW Hessen
GEW Hessen zur Wetzlarer Erklärung: CDU Bildungspolitik in Hessen gescheitert
Mehr zu: Auslese, Bildungschancen, Bildungswesen, G8, Hessen, Statistik, Schule"Nach der katastrophalen bildungspolitischen Bilanz der CDU-Landesregierung ist das Vertrauen der Bevölkerung in deren bildungspolitische Kompetenz zu Recht auf einem Tiefststand angelangt", erklärte der Vorsitzende der hessischen GEW, Jochen Nagel, in Anbetracht der "Wetzlarer Erklärung" der schulpolitischen Sprecher der CDU/CSU Fraktionen der Länder.
Nach Roland Kochs gescheitertem Versuch in die Mottenkiste der migrantenfeindlichen Stimmungsmache, versucht man jetzt wohl auf dem bildungspolitischen Terrain den Schulkampf der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder herauf zu beschwören. Mit den Diskussionen der Vergangenheit löst man aber nicht die Probleme der Gegenwart und Zukunft.
Diese lauten: verkorkstes G8, unprofessionelle Unterrichtsangebote mit U-Plus, viele zu große Klassen- und Gruppengrößen, miserable Arbeitsbedingungen mit Pflichtstundenzahlen wie nach dem zweiten Weltkrieg sowie eine Auslese im Bildungswesen, die sich mehr auf dem sozialen Hintergrund denn auf den wirklichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler abspielt.
"So hat die letzte PISA Studie erneut belegt, dass Kinder ungelernter Arbeiter knapp 20 Prozent mehr Kompetenzpunkte für eine Gymnasialempfehlung benötigen, als z.B. Akademikerkinder. Wie die schulpolitischen Sprecher dies als 'begabungsgerecht und leitungsorientiert' bezeichnen können wird ihr Geheimnis bleiben", so Jochen Nagel weiter.
Ein wirklicher Vergleich der Leistungen von Schulsystemen ist nur auf dem Hintergrund der Sozialstruktur der einzelnen Schulen wirklich möglich, weshalb die undifferenzierte Gleichsetzung der Ergebnisse verschiedener Schulformen kein wirkliches Bild über deren Leistungsfähigkeit ergibt. Mindestens genauso unseriös ist auch die Bezugnahme auf eine Forsa-Umfrage deren Ergebnisse schlicht manipulativen Fragestellungen zu 'verdanken' sind.
"Wir brauchen eine neue, sozialere Bildungspolitik", so Jochen Nagel abschließend.
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