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VBE: G8 weiterer großer Feldversuch

Die Kinder zahlen die Zeche

Mehr zu: G8, KiBiz (Kinderbildungsgesetz), Nordrhein-Westfalen, Schulbuch, Schulgesetz, Stundentafel, Schule
Dortmund, 05.02.2008 -

"Mit der Schulzeitverkürzung hat die Landesregierung ein weiteres Projekt umgesetzt, das unzureichend geplant und nicht zu Ende gedacht war", kritisiert der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE NRW, Udo Beckmann. "Nach den Sprachstandserhebungen, den Kopfnoten und dem Kinderbildungsgesetz ist die Schulzeitverkürzung ein weiterer großer Feldversuch, für den letztendlich die Kinder die Zeche zahlen."

Der Politik hätte klar sein müssen, dass Schulzeitverkürzung nicht einfach die Reduzierung der Schulzeit am Gymnasium um ein Jahr bedeuten kann, wobei alles so weiterläuft wie gehabt. Offensichtlich ist das aber nicht bedacht worden. Nun soll hektisch "nachgebessert" werden, indem beispielsweise Schulbuchverlage künftig kennzeichnen sollen, welche Themen Lehrer auf jeden Fall im Unterricht behandeln müssen und welche nicht.

Bedacht worden ist auch nicht, dass mit der Erweiterung der Stundentafel auch nachmittags Unterricht stattfinden muss und welche Konsequenzen das für die Kinder nach sich zieht. Die meisten Gymnasien waren immer als Halbtagsschulen angelegt und wurden auf den schleichenden Ganztag nicht ausreichend vorbereitet. Auch hier soll jetzt scheibchenweise "nachgebessert" werden.

"Die Landesregierung hat mit dem zweiten Schritt begonnen, um dann erstaunt festzustellen, dass der erste noch gar nicht gemacht worden ist", so Beckmann weiter. "Normalerweise sieht die Reihenfolge anders aus."

Dass die Schulzeitverkürzung am Gymnasium auch indirekt Auswirkungen auf die anderen weiterführenden Schulformen hat, scheint die Landesregierung auch nicht in den Blick genommen zu haben. § 10 des Schulgesetzes enthält aber die Verpflichtung, die Bildungsgänge so aufeinander abzustimmen, dass Wechsel ohne große Hürden möglich sind.

"Von einer solchen Abstimmung haben wir bislang noch nichts gemerkt", so Beckmann weiter. "Die Eltern ziehen aus dieser Situation bereits ihre Konsequenzen. Es ist kein Zufall, dass der Trend zur Wahl der Gesamtschule als Alternative sich auch in diesem Jahr wieder verstärkt hat. Dort haben Kinder nicht nur ein Jahr mehr Lernzeit bis zum Abitur, die Bildungsabschlüsse werden auch länger offen gehalten."

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