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Letzte Änderung: 26.05.2012, 10:55
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Die Landesregierung muss endlich Farbe bekennen und bei den Bildungsausgaben "klotzen"!

Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zur Aschermittwochsrede von Ministerpräsident Oettinger

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Fachkräftebedarf, G8, Hausaufgaben, Schulstress, Schule
Stuttgart, 06.02.2008 -
  • Philologenverband gegen Stundenkürzungen und Qualitätsabbau bis hin zum ´Abitur light´!
  • Massiver Protest gegen Kürzungspläne bei Naturwissenschaften
  • Die G8-Probleme an den Gymnasien hätten verhindert werden können, wenn in der Vergangenheit auf die Schulpraktiker gehört worden wäre!

"Wir haben immer davor gewarnt, dass eine Umstellung auf ein generell nur noch achtjähriges Gymnasium noch nicht gelöste Probleme bereitet, dass damit mehr Nachmittagsunterricht verbunden ist mit einer höheren Belastung der Kinder und Einschränkungen im Freizeitbereich und dass die Schulen sich auf einen kostenintensiven Ganztagsbetrieb mit professioneller Hausaufgabenbetreuung einrichten müssen", so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Karl-Heinz Wurster (PhV BW), mit dem Hinweis, allen an dieser überstürzt eingeführten Reform Beteiligten hätte klar gewesen sein müssen, dass mit der Umstellung auf G8 in kürzerer Zeit mehr gelernt werden muss. Wurster: "Leider wurden die Bedenken der Schulpraktiker ignoriert".

Hingewiesen wurde vom Philologenverband stets darauf, dass die Gymnasien auf einen Ganztagsschulbetrieb mit Mittagstisch, mit sich ergebenden Aufsichtsproblemen und Hausaufgabenbetreuung durch entsprechend qualifiziertes Lehrpersonal nicht vorbereitet waren. Festgestellt wurde vom Philologenverband auch, dass für die achtjährige Schullaufbahn Stoffkürzungen notwendig sind, die zu erheblichen Substanzverlusten und schließlich zur Abwertung des Abiturs führen. Wurster: "Die Leistungsunterschiede in den größeren Klassen nehmen dadurch zu und machen eine weitere Differenzierung mit kaum leistbarem organisatorischem Aufwand erforderlich. Durch die nach wie vor steigenden Übergangsquoten auf die Gymnasien hat sich die Situation inzwischen weiter verschärft."

Mit dem Hinweis, "ein ´Abitur light´ wird es mit uns nicht geben", warnt der Philologenverband vor einem Abschmelzen der von der KMK vorgeschriebenen 265 Jahreswochenstunden und Stundenreduktionen.

Die Universitäten beklagen bereits Bildungsdefizite bei den Abiturienten und machen sich für Eingangsprüfungen stark, weil das Abitur allein angeblich die allgemeine Hochschulreife nicht mehr garantiert. "Universitäten und Wirtschaft brauchen aber qualifizierte Schulabgänger, die auch über gute naturwissenschaftliche Kenntnisse verfügen", so Verbandschef Wurster. Der Philologenverband warnt angesichts des Fachkräftemangels eindringlich vor Stundenkürzungen in den naturwissenschaftlichen Fächern.

Der Philologenverband Baden-Württemberg wird eine Absenkung der Qualität des Gymnasiums und eine Entwertung des Abiturs nicht hinnehmen und fordert die Landesregierung auf, mehr in Bildung und insbesondere auch in die gymnasiale Bildung zu investieren. Denn: Allein mit Ehrenamtlichen Kräften ist die Nachmittags- und Hausaufgabenbetreuung mit gezielten Übungs- und Wiederholungsphasen nicht leistbar. "Förderung und Forderung der Schüler ist nur mit pädagogisch und fachwissenschaftlich ausgebildetem Lehrpersonal erfolgreich zu gewährleisten."

Der Behauptung von Ministerpräsident Oettinger, dass in den neuen Lehrplänen zu wenig Stoff gestrichen worden sei, wird vom Philologenverband widersprochen. Es seien sehr wohl viele Themenbereiche in den Anfangsklassen herausgeschnitten worden. Man dürfe aber nicht vergessen, dass durch die unterschiedlichen Schulcurricula einzelne Fach-Schwerpunkte sich in den Gymnasien auch im Blick auf den Behandlungszeitraum unterscheiden würden, sodass ein Wechsel von einem Gymnasium zum anderen damit verbundene Umstellungsprobleme verstärken könne.

"Die Landesregierung muss endlich ordentlich klotzen anstatt mit kostenneutralen Reparaturversuchen Unruhe und Stress für Schüler und Lehrer in die Schulen zu tragen", so der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Karl-Heinz Wurster, abschließend.

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