Verband Bildung und Erziehung e.V.
Schulpolitik: "5" – Setzen!
Mehr zu: G8, Schulstruktur, Schule"Es ist ein gravierender Fehler, dass das deutsche Bildungssystem immer noch von oben nach unten gedacht wird." Darauf verweist der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger mit Blick auf die derzeitigen G-8-Gespräche in der Kultusministerkonferenz (KMK).
"Im deutschen Bildungssystem gilt die Einhaltung der formalen Ansprüche an die Abschlüsse mehr als die individuellen Bildungsansprüche der Kinder", so der VBE-Bundesvorsitzende. "Die Konsequenz aus diesem falschen bildungspolitischen Ansatz heißt, dass die Kinder und Jugendlichen der zugeordneten Schulart angepasst werden sollen. Durch diesen Denkfehler werden vor allem die Grundschulen unter Druck gesetzt, als Zulieferanstalt zum Gymnasium zu fungieren. Das sind undemokratische Ansinnen, denn tatsächlich muss es doch um die Bildung eines jeden Kindes gehen, aber nicht um das Sortieren in ´falsche´ und ´richtige´ Schülerinnen und Schüler." Er hoffe, dass Medien sich nicht für einseitige Interessen einsetzten.
Eckinger kritisiert scharf, auch Lehrerinnen und Lehrer würden dadurch entgegen ihren pädagogischen Intentionen unter Druck gesetzt, als Hüter der Abschlüsse aufzutreten. "Unser pädagogisches Berufsverständnis, jedes Kind individuell zu fördern und zu fordern, wird missbraucht. Wir wollen nicht als Prellböcke zwischen Bildungspolitik und Eltern dastehen", bekräftigt Eckinger. "Wir fordern Respekt gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern. Salbungsvolle Sonntagsreden über den hohen Wert der Bildung haben wir mehr als genug vernommen."
Der VBE-Bundesvorsitzende sieht die deutschen Bildungspolitiker in den Ländern in der Pflicht. "Alle Schulen, auch die Gymnasien, müssen als Häuser des Lernens anerkannt werden und die Chance auf pädagogische Reformen zugunsten der Kinder und Jugendlichen bekommen. Es müssen endlich Rahmenbedingungen her, um die Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern." Nicht der Versagensdruck dürfe erhöht werden, so Eckinger. Jedes Kind müsse erfahren, dass es selbst wichtiger ist als sein Abschluss. "Auch von der Bildungspolitik darf man doch das pädagogische Prinzip des Förderns und Forderns erwarten!"
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