Von hochbegabten Migranten merkt man an deutschen Schulen wenig. Fällt ein junger Migrant – meist aber eine Migrantin – durch weit überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit auf, scheint er oder sie den Lehrern wie eine Sternschnuppe vom Him-mel gefallen zu sein. Dr. Ulrich Raiser erklärt im Klett-Themendienst in seiner aktuellen Ausgabe das Phänomen mit einer "Leerstelle in der deutschen Bildungsforschung".
"Sie sind leistungsstark und hoch motiviert. Was fehlt, ist Anerkennung dafür, dass sie diese Anstrengungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit vor ihrem Migrationshintergrund entwickelt haben", erklärt Dr. Ulrich Raiser, der an der Humboldt-Universität zu Berlin Bildungssoziologie und Migrationssoziologie lehrt und über dieses Thema seine Dissertation geschrieben hat. Besonders begabte Kinder sind sehr davon abhängig, ob Eltern und Lehrer ihre Begabung und ihre Eigenheiten erkennen und wie einfühlsam sie damit umgehen. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit, Begabungen zu erkennen, bei Kindern ohne Migrationshintergrund weitaus größer als bei Kindern mit Migrationshintergrund, da ihnen häufig weniger zugetraut wird.
Weitere Themen: "Jungen unter sich", "Privatschulen auf dem Vormarsch" und "Glück und Lebenskunst: Wenn das eigene Leben auf dem Lehrplan steht".
Im Internet unter www.klett-themendienst.de stehen Interviews und O-Töne zum Download und zur redaktionellen Verwendung bereit. Aktuell erzählt Antje Benedix, promovierte Sinologin an der Ruhr-Universität Bochum und Herausgeberin eines Chinesisch-Lehrwerks, warum der Trend Chinesischun-terricht an deutschen Schulen sinnvoll ist und wie wirtschaftliche und kulturelle Perspektiven für Chinesisch-Lerner aussehen können.
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Christina Heinisch
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