GEW Baden-Württemberg
Zunahme bei Privatschulen ist Folge schlechter Bildungspolitik
GEW: Bald jedes zehnte Kind auf einer Privatschule (Zumeldung PM Nr. 55/08, Stat. Landesamt, Privatschulen)
Mehr zu: Baden-Württemberg, Privatschulen, Schülerzahlen, Statistik, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW nennt die weitere Zunahme der Schülerzahlen an privaten Schulen ein "Alarmsignal" für die Bildungspolitik der Landesregierung. "Wenn bald jedes zehnte Kind in Baden-Württemberg eine private Schule besucht, ist das eine Reaktion der Eltern auf zu große Klassen, zuviel Unterrichtsausfall und die Blockade grundlegender Reformen durch die CDU/FDP-Landesregierung. Private Schulen sind zum Beispiel oft besser in der individuellen Förderung und bieten mehr Ganztagsunterricht. Die Landesregierung darf dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen, sondern muss die öffentlichen Schulen besser ausstatten", sagte am Freitag (15.02.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die GEW glaubt, dass die Entwicklung integrativer Schulen, in denen die Kinder nicht mehr mit zehn Jahren getrennt werden, die Attraktivität der öffentlichen Schulen erhöhen würde. "So lange die Landesregierung solche grundlegenden pädagogischen Reformen blockiert, werden immer mehr Eltern ihre Kinder auf private Schulen schicken", so Dahlem.
Das Statistische Landesamt berichtet, dass 93.800 Schüler/innen eine allgemein bildende Schule in freier Trägerschaft besuchen, das sind fast acht Prozent der Schüler/innen insgesamt. Im vergangenen Schuljahr lag der Anteil noch bei knapp sieben Prozent. Private Schulen sind auch attraktiv, weil sie häufiger Ganztagsunterricht anbieten als öffentliche Schulen. Zum Beispiel gibt es in Baden-Württemberg 377 öffentliche Gymnasien, davon sind nur 64 Ganztagsschulen. Von den 59 privaten Gymnasien sind mit 36 mehr als die Hälfte Ganztagsschulen.
Die GEW auf der didacta: www.gew-bw.de
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