LandesschülerInnenvertretung NRW
Keine Zeit, keine individuelle Förderung
Jetzt melden sich die Betroffenen in der Debatte um die kürzere Schulzeit zu Wort
Mehr zu: Individuelle Förderung, Nordrhein-Westfalen, Schülervertretung, Schulgesetz, SchuleDie LandesschülerInnenvertretung (LSV) NRW übt starke Kritik an den Auswirkungen der Schulzeitverkürzung. Durch die Umstellung zum Abitur nach 12 Jahren sei der "Lernstoff" einfach zu viel und der Leistungsdruck gerade für junge Schüler nicht auszuhalten.
"Im Schulgesetz wurde in der Präambel die individuelle Förderung versprochen, diese wird nicht eingelöst", prangert Horst Wenzel aus dem Landesvorstand den schulischen Status Quo an. Im Gegenteil, die LSV spricht von einer unzumutbaren Situation. Die Landesregierung müsse sofort handeln und Finanzen für den Ausbau zu Ganztagsgymnasien bereitstellen.
"Auch die Schülerinnen und Schüler von Gesamt- und Realschulen, aber vor allem auch die ins Turboabitur gedrängten Gymnasien müssen einen rhythmisierten Ganztag bekommen können", fordert Wenzel. Das heißt nach Vorstellungen der LSV keine simple Fortführung des Unterrichts, wie es oft umgesetzt wird, sondern ein "jugendgerechtes Angebot von der Theater-AG bis zur Fußball-Mannschaft in der Schule", heißt in einer Stellungnahme.
"Die Schulzeitreform war überstürzt und unnötig", erklärt Julia Böhnke auch im Landesvorstand der LSV. "Für viele ist das Abitur so nur mit Nachhilfe zu schaffen, doch dass können sich nicht alle leisten", so Böhnke. Die LSV fordert nun die schrittweise Rücknahme der Reform und will ein kostenfreies Mittagessen für alle Ganztagsschulen.
Die Schülervertretungen wollen am kommenden Wochenende auf ihrer 92. Landesdelegiertenkonferenz in Köln die Beschwerden der Schülerschaft zusammentragen und über das weitere Vorgehen beraten.
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