Philologenverband Baden-Württemberg
Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) plädiert für ein begabungsgerechtes Angebot an den Gymnasien mit G8- und G9-Zügen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsmessen, G8, Gymnasium, Hausaufgaben, Heterogenität, Schulstress, Sport, Zeugnis, SchuleDer Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) fordert die Rückkehr des neunjährigen Gymnasiums mit parallelem G8-Zug. "Eine solche Parallelführung von G8- und G9-Zügen an den Gymnasien des Landes hätte den Vorteil, dass sowohl durchschnittlich begabte Schüler als auch solche mit schnellerer Auffassungsgabe und stärkerem Leistungsvermögen besser und differenzierter gefördert werden könnten", so PhV-Landesvorsitzender Karl-Heinz Wurster mit dem Hinweis, dass dieser Gedanke im Rahmen der bildungspolitischen Foren und Diskussionen der in dieser Woche stattfindenden Bildungsmesse ´didacta´ aufgegriffen werden sollte.
Die gegensätzlichen Interpretationen von Bildungsstudien, aber auch die am Kern der Ursachen für schulische Probleme oft vorbeiführenden Diskussionen zur Schulstruktur der letzten Wochen und Monate und nun das Eingeständnis von Kultusminister Helmut Rau, der Mängel am G8 einräumt und Anpassungen vornehmen will, sorgen für Verunsicherung bei Eltern, Lehrern und Schülern. "Die entstandenen G8-Probleme werden durch finanzneutrale Anpassungen am Bildungsplan und an den unter großem Arbeitsaufwand von jeder Schule erstellten Curricula sicher nicht viel besser", so Wurster zu den Ankündigungen von Kultusminister Rau, der bis Mai eine Kabinettsvorlage erarbeiten will. Unterricht an Samstagen, für den sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Mappus ausgesprochen hat, stößt innerhalb des Verbandes weitgehend auf Ablehnung. "Über eine Abgabe von Ferientagen kann aus meiner Sicht nur dann nachgedacht werden, wenn dafür das Deputat der Gymnasiallehrer im Gegenzug abgesenkt wird; hier besteht innerverbandlich noch Diskussionsbedarf", so der PhV-Landesvorsitzende Karl-Heinz Wurster.
Der Philologenverband Baden-Württemberg hat stets auf das nicht durchdachte G8-Konzept hingewiesen und vor einer stärkeren Belastung der Schüler gewarnt. Wurster: "Wir haben heute eine andere Welt als vor zwanzig Jahren; die Gesellschaft hat sich verändert, und der erhebliche Einfluss des Medienkonsums auf das Lernverhalten trägt im Übrigen mit dazu bei, dass Schüler unkonzentrierter sind, aber auch durch Erziehungsdefizite in Stresssituationen geraten, die Anlass zur Sorge geben."
Nach Auffassung des Philologenverbandes würde mit der Wiedereinführung des G9-Angebots die entstandene Ganztags- und Hausaufgabenproblematik deutlich verringert. Es könnte differenzierter gefördert und gefordert werden durch eine weniger heterogene Schülerzusammensetzung in kleineren Klassen. Die mit der Einführung des G8 entstandene schlechtere Durchlässigkeit zwischen den Schularten könnte dadurch wieder verbessert werden. Verbandschef Wurster wies in diesem Zusammenhang auf die nach wie vor steigenden Schülerübergangszahlen an den Gymnasien hin.
Der Verband rät davon ab, die entstandenen G8-Probleme durch Stundenkürzungen zu lösen. Wenn das Abitur auch künftig ein Zeugnis für die Studierfähigkeit darstellen soll, dann sind Kürzungsmaßnahmen kontraproduktiv. Auf keinen Fall dürfe es Abstriche an den von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgeschriebenen 265 Jahreswochenstunden geben; stattdessen sollte über eine bessere Verteilung dieser Stunden auf neun Jahre nachgedacht werden.
Wurster: "Und noch einen Vorteil brächte die Wiedereinführung des G9: Gelder, die im G8 in größerem Umfang in Fördermaßnahmen fließen, könnten in Qualifizierungsmaßnahmen gesteckt werden; die kämen dann allen Schülern zugute." Besser vereinbar wären mit einem G9 auch außerschulische Schwerpunkte im musischen und sportlichen Bereich und in Bereichen der Jugendarbeit, wo über fehlenden Nachwuchs geklagt wird.
Hinweis an die Damen und Herren der Medien:
Besuchen Sie uns auf der europaweit größten Bildungsmesse ´didacta´ in Halle 5 / am Stand G 80.
Am Dienstag, 19. Februar 2008, veranstaltet der Philologenverband Baden-Württemberg seinen "Tag des Gymnasiums".
Weitere Informationen unter www.phv-bw.de im Internet.
Ansprechpartner
Schule
"Ein Kind mit Lernschwierigkeiten gehört auf eine Regelschule"
08.02.2012. (red) Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Deutschland ein Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geschaffen. Aber der Ausbau inklusiver Bildungsangebote kommt in Deutschland nur schleppend voran. Von den 485.000 Schülern mit sonderpädagogischem ...Sonderthemen
Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...Kindergarten / Vorschule
EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld
03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...- „Das Ipad in der Schule wird die Art des Unterrichtens revolutionieren und sicher Lehrern wie Schülern Spaß machen.“
- D. Helmerich zu Schulbücher in USA auf dem iPad
- „Sprachstandsfeststellung? Ok! Aber doch nicht so!“
- Philsmom zu Sprachtests in NRW: Es geht nicht um die Kinder
Aktuelle Lernhilfen
|
Aktuelle Lernhilfen finden
ein Service von lernklick.de
|










didacta - die Bildungsmesse



Newsletter
Feedback