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Zwischenbilanz zu den Hochschulräten an Universitäten und Fachhochschulen

Pinkwart: Kompetenz und breite gesellschaftliche Anbindung prägen neue Hochschulräte in NRW

Mehr zu: Deutschland, Fachhochschule, Hochschulrat, Nordrhein-Westfalen, Stiftungen, Hochschule
Düsseldorf, 26.02.2008 -

An 19 von 26 öffentlich-rechtlichen Universitäten und Fachhochschulen ist zum Ende des Wintersemesters 2007/08 entschieden, wer die Mitglieder der neuen Hochschulräte sind. Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart zog ein positives Zwischenfazit: "Den Hochschulen ist es durchweg gelungen, Kompetenz und Führungserfahrung aus möglichst vielen gesellschaftlichen Bereichen zusammenzuführen." Der Hochschulrat ist als neues Gremium zuständig für die Strategie der Hochschule, berät die Hochschulleitung und übt die Aufsicht über deren Geschäftsführung aus.

Die Größe der Hochschulräte variiert. Bisher haben sich zehn Hochschulen für einen achtköpfigen Hochschulrat entschieden, fünf Räte haben zehn Mitglieder, vier haben sechs Mitglieder. Unter den insgesamt 154 Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Gesellschaftsbereichen sind 45 Frauen, was einem Anteil von 30 Prozent entspricht. "Der Frauenanteil ist noch ausbaufähig, aber bereits erfreulich hoch", sagte Pinkwart. Eine Untersuchung der Universität Bochum über die Hochschulräte in anderen Bundesländern hatte jüngst einen Frauenanteil von lediglich rund 20 Prozent ermittelt.

Der Zahl der Mitglieder, die von außerhalb der Hochschulen kommen, ist deutlich höher als die Zahl derjenigen Hochschulratsmitglieder, die bereits vor ihrer Ernennung der Hochschule angehörten (108 zu 46).

Drei Hochschulen (Universität und Fachhochschule Bochum, TU Dortmund) haben sich für einen rein von außen besetzten Rat entschieden. 45 der von außen kommenden Hochschulratsmitglieder sind in der nationalen und internationalen Wissenschaft tätig: in Hochschulen, wie etwa Professorin Dr. Londa Schiebinger, Stanford University (RWTH Aachen) oder Professor Dr. Joachim Treusch, Präsident der Jacobs Universität Bremen (TU Dortmund). In Wissenschaftsorganisationen, wie etwa Professor Dr. Daniel Fallon von der Carnegie Corporation in New York (Universität Bochum) oder die drei Generalsekretäre Jürgen Schlegel von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz, Dorothee Dzwonnek von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (beide Universität Bochum) und Dr. Georg Schütte von der Alexander von Humboldt-Stiftung (Universität Siegen). Und in Forschungsinstituten wie Avi Primor, Institutsleiter des israelischen Herzyla Center (Universität Düsseldorf) und Prof. Dr. Jean Pierre Bourguignon, Direktor des Institute des Hautes Etudes Scientifiques in Paris (Universität Bonn).

Eine etwa gleich hohe Zahl der von außen kommenden Hochschulratsmitglieder kommt aus der Wirtschaft (51), wie etwa Bundesbankpräsident Professor Dr. Axel Weber (Universität Siegen), Dr. Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender der Karstadt Quelle AG (Universität Münster), Dr. Alfred Oberholz von der Evonik Degussa GmbH (RWTH Aachen), Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftführung der Microsoft Deutschland GmbH (FH Köln) oder Dr. Nicola Hirsch, Arbeitsdirektorin der Arcelor Mittal GmbH (Universität Duisburg-Essen).

Zwölf Hochschulratsmitglieder kommen aus weiteren gesellschaftlichen Bereichen wie beispielsweise Medien (Nina Grunenberg, ehemalige stellvertretende Chefredakteurin der Zeit, bei der FH Aachen oder WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz bei der TU Dortmund) und Kultur (Dr. Andrea Niehaus, Direktorin des Deutschen Museums in Bonn). Weitere prominente Namen sind Klaus Töpfer (Universität Paderborn), Birgit Fischer (Universität Bochum und DSH Köln), Michael Vesper und Klaus Kinkel (beide DSH Köln).

Informationen über die genaue Zusammensetzung der jeweiligen Hochschulräte bieten die Hochschulen auf ihren Internetseiten an. Noch nicht entschieden ist über die Zusammensetzung der Hochschulräte an den Universitäten Bielefeld und Köln, der Fernuniversität in Hagen und den Fachhochschulen Bielefeld, Düsseldorf, Südwestfalen und Lippe/Höxter.

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