VBE wirbt für eine feinfühligere Wortwahl beim Eltern-Rückmeldebogen der Grundschulempfehlung
Mehr zu: Baden-Württemberg, Grundschulempfehlung, Hauptschule, Schulstruktur, Übertritt, Zensuren, SchuleDie Grundschulempfehlung, die Kinder auf drei verschiedene Schularten nach Klasse vier aufteilt, ist verschickt. Alle Eltern müssen sich dazu auf einem Rücksendebogen an die Schule äußern. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht bei den vorformulierten Antworten zum Ankreuzen einen weniger feinfühligen Umgang mit den Eltern, deren Kinder ausschließlich eine Hauptschulempfehlung erhalten haben.
Die Rückmeldebogen der Eltern zu den Grundschulempfehlungen für die Viertklässler sind noch vor den Osterferien an allen Grundschulen eingegangen. Ob die Übergangszahl auf die Hauptschule weiterhin sinken wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich sagen, da etliche Eltern das Beratungsverfahren und/oder die Aufnahmeprüfung für ihr Kind in Anspruch nehmen, um der von der Klassenkonferenz verpflichtend ausgesprochenen Empfehlung "Hauptschule" doch noch irgendwie entgehen zu können. Die Hauptschule wählen heute die wenigsten Eltern für ihr Kind freiwillig, auch wenn sich die meisten aufgrund der Notenlage in Deutsch und Mathematik mehr oder weniger niedergeschlagen einsichtig zeigen, dass der Schüler momentan in dieser Schulart wohl am besten gefördert werden kann.
Als glatte Ironie empfinden es jedoch die Eltern designierter Hauptschüler, dass sie auf dem GSE-Rückmeldebogen an die Schule ankreuzen müssen, dass sie ihr Kind an der Hauptschule anmelden werden, da ihr W u n s c h mit der Grundschulempfehlung übereinstimme. In die Hauptschule darf man nicht, da muss man gehen, wissen auch diese Eltern. Sehr wohl hätten sich die meisten eine andere Empfehlung für ihr Kind gewünscht, fügen sich jedoch in das vermeintliche Schicksal. Dass sie dann aber noch unterschreiben sollen, dass die Hauptschule ihr (ausdrücklicher) Wunsch sei, empfinden einige doch als Hohn.
Vielleicht könnten die Bewahrer der Dreigliedrigkeit dafür sorgen, dass die Wortwahl des Formblattes nicht zusätzlich die Gefühle derer verletzt, die sich zu dem Zeitpunkt noch als die Verlierer des Schulsystems fühlen, wirbt der VBE-Sprecher für eine feinfühligere Formulierung des Rücksendebogens. Was für Eltern von künftigen Gymnasiasten oder Realschülern kein Problem darstellt, könnte von Hauptschuleltern auch als Provokation (miss)verstanden werden.
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