Landeselternrat der Gesamtschulen NW e.V. (LER)
Jetzt reicht es, Frau Sommer!
Makaberer Aprilscherz oder schlicht eine erneute ideologische Verzweiflungstat?
Mehr zu: Fachkräftebedarf, Gesamtschule, Grundschulempfehlung, Hauptschule, Nordrhein-Westfalen, Schulabbrecher, Schulgesetz, Statistik, Übertritt, Schule"Die Landesregierung hat mit dem neuen Schulgesetz alle Register gezogen, damit Gesamtschulen das Leben erschwert wird und das Gymnasium seinen Sonderstatus als Elitekaderschule behält. Dass die Ergebnisse der zentralen Prüfungen, die bindende Grundschulempfehlung und das G8 den Gesamtschulen eher genützt als geschadet haben, können Ministerin Sommer und Staatssekretär Winands nicht verwinden," so erklärt sich Anette Plümpe, Vorsitzende des Landeselternrates der Gesamtschulen in NRW (LER), die neueste Diffamierungskampagne des Schulministeriums in den Ruhrnachrichten.
Die Titulierung von statistischen Prozentzahlen zu den Schulabschlüssen an Gymnasien und Gesamtschulen als Schulabbrecherquoten und einer damit zu belegenden Qualitätslosigkeit der ungeliebten Gesamtschule ist für den Elternverband ein beispielloser Skandal.
Plümpe: "Wie verzweifelt muss ein Ministerium sein, dass es sich nicht anders zu helfen weiß, als selektiv Zahlen aus Statistiken zu kopieren und unsachlich kommentiert der Presse zur Verfügung zu stellen?" Für die Vorsitzende des LER zeigen die Zahlen des Statistischen Landesamtes sowie die Untersuchungsergebnisse der Ruhr-Uni Bochum durch Prof. Klemm ein ganz anderes Bild.
Das Zentralabitur hat belegt, dass die durchschnittliche Abiturnote der beiden Schulformen im Vergleich keinen signifikanten Unterschied aufweist.
In den Gesamtschulen werden laut Statistik 16,4% Migranten unterrichtet. An den Gymnasien sind es lediglich 4,7%.
Laut Zahlenmaterial des Zentrums für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung finden sich Gesamt- und Hauptschulen vor allem in Brennpunktstadtteilen mit mindestens 9% sozialschwachen Familien. Gymnasien finden sich dort kaum.
Offizielle Zahlen über Quereinsteiger aus Haupt- und Realschulen in die gymnasiale Oberstufe sind in den offiziellen Statistiken des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW leider nicht zu finden.
Dass unter diesen Bedingungen trotzdem 60 % der Oberstufenschüler an Gesamtschulen zum Abitur gebracht werden, ist für den Elternverband kein Grund an der Qualität zu zweifeln. Im Gegenteil: "Betrachtet man diese Fakten," so Plümpe, "dann sind die Oberstufen der Gesamtschulen keine Geldvernichtungsmaschinerien, sondern gewährleisten, dass gerade den Jugendlichen eine Zukunftschance gegeben wird, die dies auf anderem Wege nur schwerlich erreichen würden."
Auch der drohende Fachkräftemangel kann für Plümpe nur dazu führen, dass mehr Ressourcen in die Schulen geleitet werden, die sich gerade der Überwindung sozialer und ethnischer Hürden in unserem Bildungssystem verschrieben haben. "Würden diese Zahlen am Gymnasium vorzufinden sein, dann wären sie aus Sicht von Frau Sommer wahrscheinlich ein besonderer Beweis für hohe Leistungsansprüche und Qualität," mutmaßt Plümpe. "Oder handelt sich bei dieser Presse um einen schlechten Aprilscherz auf Kosten von 232.000 Schülern und 172.000 Lehrern?"
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