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Wie ernst ist es dem Senator mit der Transparenz?

Mehr zu: Berlin, Schulinspektion, Schule
Berlin, 05.04.2008 -

Auf den Internetseiten der Senatsbildungsverwaltung finden sich "Die wichtigsten Reformen der letzten Jahre auf einen Blick", darunter auch der Punkt "Transparenz sowie interne und externe Überprüfung der Schulqualität". Wie ernst ist es aber dem derzeitigen Senator tatsächlich mit der Transparenz?

Das Ergebnis der Studie ELEMENT ist seit –langer Zeit überfällig. Der Veröffentlichungstermin wird intern schon jetzt auf Anfang 2009 gehandelt. Zur Erinnerung: die Studie begann im April 2003 und wurde bis zum Juni 2005 durchgeführt. Die bisherige Begründung der Verwaltung, dass der verantwortliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Rainer Lehmann von der Humboldt-Universität, den Abschlussbericht noch nicht verfasst haben soll, wird nicht nur an der Humboldt-Universität angezweifelt. Ganz offen wird darüber gesprochen, dass die Ergebnisse dem Auftraggeber der Studie nicht genehm sind.

Ein weiteres Anzeichen für mangelnde Transparenz ist der Umgang mit den Berichten der Schulinspektion. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Bericht der Schulinspektion zu den Ergebnissen und den Schlussfolgerungen aus den Inspektionen der ersten 45 Schulen für das Schuljahr 2005/06 erst im Mai 2007 veröffentlicht. Obwohl der Bericht für das Schuljahr 2006/07 bereits Ende 2007 fertig gestellt wurde, ist bis heute kein Termin zur Veröffentlichung des Berichts bekannt. Die Entscheidung über eine Veröffentlichung liegt allein beim derzeitigen Senator. Die späten Veröffentlichungen der Jahresberichte, die Anweisung, dass Schulen ihre Berichte generell nicht veröffentlichen müssen (obwohl im Schulportrait extra dafür ein offenes Feld eingerichtet wurde) und die ausbleibenden Konsequenzen aus den Jahres- und Einzelberichten legen die Vermutung nahe, dass der Senator den eingeleiteten Paradigmenwechsel seines Vorgängers nicht oder nur teilweise fortführen möchte.

Neben der gewachsenen Bereitschaft, sich internationalen Vergleichsstudien zu stellen und dem System von Orientierungs- und Vergleichsarbeiten sind viele wirksame Qualitätsinstrumente installiert worden, die den Berliner Schulen wichtige Rückmeldungen ihrer Stärken und Schwächen zeigen. Eine Verwässerung oder Abschwächung dürfte lediglich im Interesse einer kleinen Gruppe von Standesvertretern liegen. Keinesfalls darf dies im Interesse eines verantwortungsvollen Senator liegen.

Standardisierte Daten über die einzelne Schule, dazu gehört auch der Bericht der Schulinspektion, schaffen mehr Transparenz auch für Eltern bei der Suche nach einer geeigneten Schule für ihr Kind.

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