Mit Blick auf alle verfügbaren empirischen Studien, die dazu in Deutschland durchgeführt wurden, hat der DPhV-Bundesvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, der Einschätzung der OECD widersprochen, durch eine Verlängerung der Grundschulzeit könne Deutschland sein Bildungssystem verbessern.
"Weder in Bezug auf Leistungsfähigkeit noch in Bezug auf Chancengerechtigkeit kann die sechsjährige Grundschule in Berlin und Brandenburg punkten. Im Gegenteil: Zwölfjährige Gymnasiasten hängen ihre gleichaltrigen Mitschüler in Berlin um Längen ab!", betonte Meidinger.
Der DPhV bekräftigte, dass im frühzeitig begabungsgerecht differenzierenden deutschen Schulsystem auch Spätentwickler gute Chancen haben. Über 40 Prozent aller Studenten kommen über Wege neben dem Gymnasium, wie z.B. die beruflichen Schulen, an die Hochschulen.
Heftig wandte sich Meidinger auch gegen die OECD-Behauptung, kein Land in der Welt "selektiere" Kinder so früh auf andere Schularten: "In zahlreichen Staaten entscheiden Eltern schon vor(!) der Einschulung über die schulische Laufbahn ihrer Kinder, indem sie diese an teuren elitären Privatschulen oder an schlechten staatlichen Schulen anmelden. Dort findet die "Selektion" bei Fünf- und Sechsjährigen nach dem Geldbeutel der Eltern statt. Dies sollte die OECD einmal kritisieren."
Der DPhV-Chef forderte in diesem Zusammenhang den Berliner Senat auf, endlich die Daten der so genannten ELEMENT-Studie von Prof. Lehmann auf den Tisch zu legen, die die schlechten Ergebnisse der sechsjährigen Grundschule vermutlich belegen könne.