Aktionsbündnis Schule
OECD-Vorschläge: Ratschläge als Tiefschläge
Mehr zu: Bildungschancen, Deutschland, Hauptschule, Individuelle Förderung, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Weiterbildung, SchuleAls nicht konstruktiv wertet das Aktionsbündnis Schule, in dem 17 schulische, hochschulpolitische und wirtschaftliche Organisationen und Institutionen zusammen-geschlossen sind, die Empfehlungen des OECD-Wirtschaftsberichts 2008. Unverfroren und ungefragt empfiehlt dieser, dass in Deutschland später als zu Beginn der 5. Klasse der Übergang zu den weiterführenden Schulen geregelt wird und dass generell Hauptschulen und Realschulen zusammengelegt werden. Irrtümer, so Peter Silbernagel, Sprecher des Aktionsbündnisses Schule, werden nicht dadurch wertvoller, dass man sie wiederholt.
Offen bleibt, worauf diese Ratschläge beruhen. Gerade die letzte PISA-Studie hatte ausgewiesen, dass Deutschland beispielsweise in der naturwissenschaftlichen Bildung oberhalb des OECD-Durchschnittes liegt. Viele Länder, die in früheren Studien vor Deutschland lagen, wurden auf "die Plätze" verwiesen. Andere Länder beneiden Deutschland um die Qualität in der dualen Berufsausbildung.
"Man fragt sich, welche Struktur-Ideologen immer wieder die längst verdorrten Pflanzen der Strukturgläubigkeit gießen. Seit Jahren ist doch bekannt, dass Bildungsqualität entscheidend von der Unterrichtseffizienz abhängt. Bei so viel missionarischem Eiferertum der Befürworter der Einheitsschule bleibt nur der flehentliche Ruf: Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!´ ", so Peter Silbernagel.
Das Aktionsbündnis Schule warnt davor, funktionsfähige Schulformen um eines Einheitsprinzips willen zu zerschlagen. Auch das nordrhein-westfälische Bildungssystem biete Eltern wie Schülerinnen und Schülern eine breite Palette differenzierter Bildungsgänge.
Wir lehnen eine Einheitsschule ab, auch wenn sie neu eingekleidet im Gewand der "Gemeinschaftsschule" oder der "Einen Schule für alle" entgegenkommt.
Das Aktionsbündnis will nicht weniger Bildungsangebote, sondern bessere Rahmenbedingungen in den bestehenden. In deutlich kleineren Klassen kann individuelle Förderung besser gelingen. Nur mit ausreichenden personellen und sächlichen Angeboten kann ein bedarfsgerechter Ausbau des Ganztagsbetriebs erfolgen. Nur mit soliden Fort- und Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte kann die Unterrichtsentwicklung einen deutlichen Schub erfahren.
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