Zeitgleich mit der Entscheidung der Hamburger Koalitionsregierung, die Grundschulzeit um 2 Jahre zu verlängern, wird eine repräsentative Studie des Berliner Professors Rainer Lehmann bekannt, die ausdrücklich vor der Negativentwicklung für die Kinder warnt. Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband erwartet, dass die markanten Ergebnisse der Element-Studie nicht totgeschwiegen werden.
Prof. Lehmann hatte im Auftrag des damaligen SPD-Bildungssenators Böger eine Studie erstellt, bei der 4.700 Grundschüler und Gymnasiasten aus 4- und aus 6-jährigen Grundschulen verglichen wurden. Das jetzt vorgelegte Ergebnis ist eindeutig: Selbst bei gleicher Ausgangslage (Elternhaus, Bildungs- und Migrationshintergrund) lernen Schülerinnen und Schüler an Gymnasien weitaus mehr als an Grundschulen. Der Lernfortschritt, der insgesamt einen Vorsprung von 2 Jahren umfasst, ist dabei bei allen Leistungsgruppen an Gymnasien höher. Vor allem aber profitieren die Lernschwächeren von der früheren Aufteilung.
Diese Studie steht in einer Reihe weiterer Studien, die von Prof. Lehmann, von Prof. Baumert und Prof. Fend durchgeführt wurden.
"Diese Befunde sind so unmissverständlich und prägnant, das damit die Debatte um längere gemeinsame Schulzeiten beendet sein müsste. Umso erschreckender ist es, dass ein vermeintlicher Koalitionskompromiss in Hamburg auf Kosten unserer Kinder geht!", kritisiert Peter Silbernagel die Koalitionsabsprachen für Hamburg.
Auch die Irrlehre, dass längere Grundschulzeiten soziale Disparitäten abbauen, wird von keiner Studie bestätigt. Alle diesbezüglichen Behauptungen sind haltlos. Der Zusammenhang zwischen Leistung und Herkunft, so Prof. Lehmann, verstärke sich bei längeren gemeinsamen Schulzeiten sogar noch.