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Pressemeldung
Aktionsbündnis Schule

Längere gemeinsame Schulzeiten bremsen Lernentwicklung!

Mehr zu: Deutschland, Gesamtschule, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Sprachförderung, Schule
Düsseldorf, 17.04.2008 -

Einen ernüchternden Befund liefert die Studie des Berliner Bildungsforschers Prof. Rainer Lehmann über die Folgen der sechsjährigen Grundschule. Verglichen wurden Schülerinnen und Schüler mit Vergleich bei Elternhaus, Bildungs- und Migrationshintergrund. Insgesamt wurden 4.700 Grundschüler und Gymnasiasten aus vier- und aus sechsjährigen Grundschulen in den Vergleich einbezogen.

Prof. Lehmann räumt mit drei irrigen Annahmen auf: 1. werden leistungsstarke Schüler in gemeinsamen Klassen in ihrer Lernentwicklung – anders als behauptet – eindeutig gebremst, 2. werden die sozialen Disparitäten – anders als behauptet – nicht abgebaut sondern eher verstärkt und 3. wird auch der soziale Zusammenhalt in der Schülerschaft und der in der Stadt keineswegs – anders als behauptet – nicht gestärkt sondern geschwächt. Bemerkenswert ist vor allem auch, dass der Lernfortschritt an Gymnasien nicht nur im oberen Drittel höher liegt, sondern in allen Leistungsgruppen. Vom anspruchsvolleren Lernklima profitieren daher auch die Lernschwächeren. Lehmann beobachtet, dass sich die soziale Schere in der Grundschule in den Klassenstufen 5 und 6 weiter öffnet und damit soziale Disparitäten keineswegs abgebaut werden. Wer daher 6 Jahre Grundschule befürwortet, nehme in Kauf, dass die guten Schüler nicht so viel erreichen, wie es ihren Möglichkeiten entspricht. Vehement widerspricht Lehmann der These, dass ´Deutschland Weltmeister sozialer Ungleichheit im Bildungssystem´ sei. Bereits die PISA-STUDIE 2003 habe das Gegenteil bewiesen.

"Für die Einheitsschul-Befürworter sind die Studien von Prof. Lehmann, Prof. Baumert und Prof. Fendt vernichtende Urteile. Wenn sich die Politik, wie jetzt in Hamburg zu erwarten, gegen diese Befunde stellt, ist zu erwarten, dass Eltern verstärkt die Privat- und Ersatzschulen nutzen werden. Das ist nachvollziehbar, denn keiner will den eigenen Kindern Schaden!", so der Sprecher des Aktionsbündnisses, Peter Silbernagel.

Das Aktionsbündnis Schule, in dem 17 schulische, hochschulpolitische und wirtschaftliche Organisationen und Institution kooperieren, erwartet, dass diese eindeutigen Befunde Anlass geben, von Einheitsschulmodellen auf Kosten des gegliederten Schulwesens Abstand zu nehmen. Statt Strukturdebatten muss konsequent eine frühe Sprachförderung stattfinden, klare Leistungstandards vorgegeben werden und eine fundierte Lehrerausbildung stattfinden.

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