Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Bildungsgewerkschaft zur Element-Studie des Berliner Senats
GEW: "Super-GAU für empirischen Bildungsforscher - Triumph des längeren gemeinsamen Lernens"
Mehr zu: Auslese, Bildungsbericht, Deutschland, Schulstruktur, Statistik, SchuleEinen "Super-GAU für die empirische Bildungsforschung und einen Triumph für das längere gemeinsame Lernen", sieht Marianne Demmer, Schulexpertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in den Vorgängen um die "Element-Studie" des Berliner Senats. Nach Bekanntwerden der Studie hatte sich herausgestellt, dass die Interpretationen des Verfassers, Prof. Rainer Lehmann, durch die Daten der Untersuchung widerlegt würden. Nach Demmers Worten macht "auch diese Studie wieder deutlich, dass die frühe Selektion, die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler auf verschiedene Schularten nach der Grundschule, nichts bringt. Mädchen und Jungen, die ab dem zehnten Lebensjahr in Elite-Gymnasien unterrichtet werden, lernen nicht mehr dazu als die Kinder, die in der sechsjährigen Grundschule bleiben". Damit bestätige eine lokale Studie die Ergebnisse der PISA-Untersuchungen. Diese hatten im weltweiten Vergleich keine Überlegenheit der frühen Selektion in Deutschland, sondern eher das Gegenteil gezeigt.
"Die Verfechter der frühen Selektion haben sich selbst als Ideologen entlarvt, die sogar vor offensichtlich politisch motivierten Falschinterpretationen nicht zurückschrecken", betonte Demmer. Lehmann müsse sein Verhalten erklären. Sie würde es sehr bedauern, wenn die empirische Schulforschung durch dieses Zusammenspiel von Medien und konservativem Bildungsforscher für Schulen, Politiker und Öffentlichkeit unglaubwürdig würde. Die Reputation der empirischen Bildungsforschung habe bereits durch die Vorgänge um die jüngsten PISA-Veröffentlichungen gelitten. Damals hätten beschönigende Interpretationen des PISA-Konsortiums und der Politik die Runde gemacht.
"Wir müssen zwei Schlussfolgerungen ziehen: Erstens: Lasst die Kinder länger gemeinsam lernen. Die frühe Trennung ist sinnlos. Zweitens: Wir brauchen empirische Bildungsforschung - aber bitte seriös und ohne ideologische Scheuklappen", unterstrich Demmer.
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