Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 25.05.2012, 16:56
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau

Hochschulallianz verlangt Haushaltsumschichtung zugunsten von Bildung und Wissenschaft

Was ist Bildung Staat und Gesellschaft in Deutschland wert?

Mehr zu: Bibliotheken, Deutschland, Europa, Hochschullehre, Juniorprofessuren, Mittelbau, Hochschule
Berlin, 24.04.2008 -

Die Hochschulallianz fordert eine Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zugunsten von Bildung und Wissenschaft. "Wir, die unmittelbar Betroffenen, wollen nicht länger mit wohlfeilen Bekenntnissen und Sonntagsreden, in denen versichert wird, wie wichtig Bildung und Wissenschaft für die Zukunft Deutschlands seien, vertröstet werden. Wir wollen endlich die Umsetzung dieser Erkenntnis sehen", erklärten die Sprecher der Hochschulallianz auf einer Pressekonferenz in Berlin. Adressaten dieser Forderungen seien in erster Linie nicht die Bildungs- und Wissenschaftspolitiker, sondern die Bundeskanzlerin, die Ministerpräsidenten und die Finanzminister im Bund und in den Ländern.

Die Hochschulallianz hält die Zeit für gekommen, endlich in eine leidenschaftliche Prioritätendebatte über die Staatsausgaben einzutreten: Ist der Zustand unseres Bildungs- und Wissenschaftssystems wichtiger als Investitionen für den Straßenbau, Milliardenausgaben für Rüstungsgüter, Subventionen für Steinkohle, Photovoltaik oder andere konkurrierende Aufgaben, für die Steuergelder aufgewandt werden? Die Hochschulallianz fordert, darüber offen zu diskutieren, und plädiert für eine neue Prioritätensetzung: "Bildung und Wissenschaft müssen heute Vorrang haben, wenn wir morgen noch wettbewerbsfähig sein wollen", erklärte die Hochschulallianz. "Unerträglich überfüllte Hörsäle, baufällige Seminare und mangelhaft ausgestattete Labore und Bibliotheken dürfen nicht länger zum Hochschulalltag gehören."

Um Europa zur dynamischsten Weltregion werden zu lassen, hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon beschlossen, bis zum Jahr 2010 die jährlichen Ausgaben für Forschung jedes EU-Mitgliedsstaats auf mindestens drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Davon ist die einst führende Wissenschaftsnation Deutschland mit derzeit rund 2,5 Prozent meilenweit entfernt.

Derzeit kämen an Hochschulen im Durchschnitt 52 Studierende auf einen Hochschullehrer, in den Geistes- und Sozialwissenschaften bis zu 170. "Das sind Verhältnisse, die zu Lasten der Ausbildungsqualität gehen", so die Hochschulallianz. Deutschland investiere in die Hochschullehre zu wenig. Mit 7.100 Dollar (4.500 Euro) pro Student werde das OECD-Mittel von 7.700 Dollar (4.880 Euro) erheblich unterschritten. An der chronischen Misere würden der unterfinanzierte Hochschulpakt und die allein auf die Forschung ausgerichtete Exzellenzinitiative kaum etwas ändern. Die Aufgaben, die den Hochschulen übertragen würden, stünden in krassem Gegensatz zu den Finanzen, die ihnen zur Durchführung zugewiesen würden. Der doppelte Abiturjahrgang (G 8), eine strukturelle Mehrbelastung von ca. 20 Prozent durch die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge und das Ziel, 40 Prozent eines Abiturjahrgangs zum Studium zu führen, überfordere die Hochschulen. Das Ergebnis seien in die Autonomie der eigenen Mittelkürzung entlassene Hochschulen, hochqualifizierte Professoren, die keine Zeit mehr zur Forschung hätten, Nachwuchswissenschaftler, denen in Deutschland vielfach keine Perspektive geboten werden könne, Doktoranden, die in erheblichem Maße in der Lehre eingesetzt würden, sowie Studierende, denen die zum Erwerb einer Berufsqualifikation notwendigen Ressourcen vorenthalten würden.

Der Hochschulallianz gehören an:

  • der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
  • der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
  • das Deutsche Studentenwerk (DSW)
  • Thesis – Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.
  • die Bundesvertretung Akademischer Mittelbau (BAM)
  • der Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)
  • der Hochschullehrerbund (hlb) - der Förderverein Juniorprofessur e.V.
  • der Deutsche Hochschulverband (DHV)

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

Dfd664712914e48ad1111344396e812ea530688f
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Hochschule

Elixiere der Exzellenz

25.05.2012. (Deutsche Universitätszeitung) Sie sind die Zukunftshoffnung mancher Universitäten: die Institutes for Advanced Studies. Konzipiert als Kreativlabore der Spitzenforschung, leben einige von ihnen vom Geld der Exzellenzinitiative. Doch was wird, wenn diese Quelle im Jahr 2017 versiegt und der Bund ...

Schule

Sitzen bleiben bringt nichts

25.05.2012. (red/ots) - In vielen Familien leuchtet in diesen Wochen die Alarmstufe Rot. Der Grund: Bald gibt es Zeugnisse - und bei manchen droht die "Ehrenrunde". Genau diese würde Klaus Wenzel gern abschaffen. Warum erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes im Interview mit ...

Sonderthemen

Inklusionsfilm heute im Ersten

23.05.2012. (red/pm) Nach seiner erfolgreichen Ausstrahlung im vergangenen Dezember auf BR-alpha wird der Film INKLUSION – GEMEINSAM ANDERS nun auch im Ersten gezeigt, und zwar heute um 20:15 Uhr. Paul (Max von der Groeben) ist ein sportlicher, aber geistig leicht zurückgebliebener Junge. Steffi (Paula ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

Meine Schulzeit auf didacta-bildungsklick.tv


Downloads zur Meldung
Weiter auf bildungsklick.de
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung