Philologen-Verband NRW
Philologen-Verband NW: Zentralabitur 08 – Welle des Ärgers und der Empörung
Mehr zu: Abschlussprüfungen, Gymnasium, Nordrhein-Westfalen, Weiterbildung, Zentralabitur, SchuleDer nordrhein-westfälische Philologen-Verband registriert eine täglich wachsende Zahl von Beschwerden und Unmutsäußerungen über das Zentralabitur 2008. Mittlerweile geht es nicht nur um die ´Oktaeder-Aufgabe´ der Mathematik, sondern vermehrt um die zu umfangreichen Aufgabenstellungen, die von den Schülern zeitlich nicht zu bewältigen waren. Völlig überzogen war die Fülle des Arbeitsmaterials insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fächern. Viele Kolleginnen und Kollegen sind zurecht erbost über fragwürdige Vorgaben im Erwartungshorizont.
Da viele Lehrerinnen und Lehrer auch am Zentralabitur 2007 beteiligt waren und die Vorgaben sich für 2008 nicht verändert haben, muss man 2008 von einer großen Zahl handwerklicher Fehler ausgehen.
"Es ist allerdings unverschämt, jetzt die Lehrerinnen und Lehrer als Sündenböcke darzustellen. Bei zentral gestellten Aufgaben trägt eindeutig das Ministerium die Verantwortung. Völlig unverantwortlich ist darüber hinaus eine Beratungspraxis, die anrufenden Fachkollegen und Schulen zu einer großzügigen Benotung rät und diesen Ratschlag allen anderen Schulen vorenthält", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Der Philologen-Verband verwahrt sich gegen den Vorwurf, die Fachlehrerinnen und –lehrer hätten durch eine andere Auswahl von Aufgaben Probleme ausschalten können. Der Verband verweist darauf, dass wegen der schulischen Schwerpunktsetzungen entweder nur geringe Auswahlmöglichkeiten bestanden oder aus organisatorischen Vorgaben beispielsweise in Weiterbildungskollegs ebenfalls keine Alternative möglich war.
Auch wenn die Korrekturzeit noch andauert und eine abschließende Bewertung erst in einigen Wochen möglich ist, so lassen bereits jetzt viele Rückmeldungen Schlimmes befürchten. Danach klettert die Zahl notwendiger ´Abweichungsprüfungen´, weil die Note im schriftlichen Abitur von der Vornote abweicht. Die Mathematik scheint hiervon überdurchschnittlich betroffen.
Der Philologen-Verband hatte wiederholt gefordert, dass sämtliche Abituraufgaben von Fachkolleginnen und -kollegen konkret nachgerechnet werden, die selbst nicht an der Erstellung der Aufgaben beteiligt waren. "Es ist ausgesprochen misslich, dass vermeidbare Sachfehler jetzt festgestellt werden und sich in mehreren Fällen der Umfang der Aufgaben und ebenso ihr Schwierigkeitsgrad im gleichen Fach als sehr unterschiedlich erweisen", stellt Peter Silbernagel fest.
Der Philologen-Verband rät dringend, schnellstens allen Schulen notwendige und gleiche Informationen zukommen zu lassen und je nach Erfordernis Bewertungsvorgaben zu korrigieren.
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