GEW: "Es geht voran: Sitzenbleiberquote leicht gesunken"
Bildungsgewerkschaft mahnt weitere Anstrengungen der Länder an – Mehr in präventive Maßnahmen investieren
Mehr zu: Sitzenbleiben, Sprachförderung, SchuleDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt, dass es in einer Reihe von Bundesländern mittlerweile gelungen ist, die Sitzenbleiberquote zu verringern, und weitere Anstrengungen geplant sind. "Wirklich zufrieden", sagte Marianne Demmer, GEW-Vize und Schulexpertin, "kann man allerdings nicht sein: Mit einer Verbesserung der Quote um 0,2 Prozentpunkte vom Schuljahr 2003/04 bis 2006/07 ist das Tempo viel zu langsam. Die Politik unterstützt die Schulen viel zu wenig."
Zudem sei die Entwicklung in den Bundesländern äußerst unterschiedlich. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum in dem einem Bundesland nur 1,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Schuljahr wiederholen müssen (Baden-Württemberg) und in dem anderen 3,8 Prozent (Bayern). "Regelrecht Besorgnis erregend ist, dass einige Bundesländer (Berlin, Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen) trotz aller Bekenntnisse zur individuellen Förderung heute eine höhere Sitzenbleiberquote haben als im Schuljahr 2003/2004. Oder sich wie in Rheinland-Pfalz nichts bewegt", betonte die GEW-Vize.
Sie wies darauf hin, dass sich die Wissenschaftler einig seien, dass Klassenwiederholungen pädagogisch nichts bringen. Die Schülerinnen und Schüler langweilten sich und seien frustriert. Manchmal verbesserten sich zwar die Noten, aber nicht die Kenntnisse der Kinder und Jugendlichen. Die GEW fordert deshalb, in präventive Maßnahmen zu investieren, die auf die speziellen Probleme der jungen Menschen ausgerichtet sind. Junge Leute aus Migrantenfamilien brauchten zum Beispiel rechtzeitige Sprachförderung und Schüler mit Legasthenie eine entsprechende Unterstützung. Wer zu Hause Probleme hat, etwa weil sich die Eltern gerade scheiden lassen, brauche sozialpädagogische Begleitung, sagte Demmer.
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