Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 06.02.2012, 16:47
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau

Bildung ein Schlüssel, Erbfolge von Armut zu durchbrechen

Bildungsgewerkschaft zum dritten "Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung

Mehr zu: Auslese, Bildungsausgaben, Bildungschancen, Deutschland, KITA, Sonderthemen
Frankfurt a.M. / Berlin, 19.05.2008 -

"Wer Armut bekämpfen will, muss in Bildung investieren. Bildung ist ein wichtiger Schlüssel, um die von Generation zu Generation vererbte Armut zu durchbrechen", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf den heute vorgestellten dritten "Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung. "Es ist höchste Zeit für eine gemeinsame, abgestimmte Politik zwischen Bund, Ländern, Kommunen und anderen gesellschaftlichen Kräften. Wir brauchen bessere und mehr Bildungsangebote für die Kinder und jungen Menschen. Wir müssen die Kinder aus armen Familien besser materiell absichern. Nur so packen wir die sozialen Probleme in unserer Gesellschaft bei den Wurzeln."

"Wir müssen unsere Philosophie in der Bildungspolitik ändern. Es ist eine Herkules-Aufgabe, Abschied von der systematischen Auslese und dem permanenten Aussieben der Kinder und Jugendlichen im deutschen Bildungswesen zu nehmen. Wir brauchen eine Kultur des Förderns und Unterstützens, das niemanden zurücklässt", unterstrich Thöne.

Die PISA-Studien hätten gezeigt, dass fast ein Viertel der 15-Jährigen in Deutschland zur Gruppe der "Risikoschüler" gehört. "Diese jungen Menschen können kaum lesen und schreiben. Sie haben keine Chance, in dieser Gesellschaft eine Lebensperspektive aufzubauen. Sie wachsen mit der Perspektive auf, die ALG II-Empfänger von Morgen zu sein", sagte der GEW-Vorsitzende. "Kinder, insbesondere aus bildungsfernen Familien und Migrantenhaushalten müssen so früh und so gut wie möglich in Kitas von qualifizierten Personal unterstützt und gebildet werden. Nur so haben sie eine Chance, aus der Armutsfalle herauszukommen."

Eine veränderte Bildungspolitik müsse durch einschneidende sozial- und familienpolitische Maßnahmen flankiert werden. Dazu gehöre, Armutslöhne zu verhindern, Familien von Bildungsausgaben zu entlasten und Kinder materiell abzusichern.

In diesem Zusammenhang machte sich der GEW-Vorsitzende für Lernmittelfreiheit, einen kostenfreien Kita-Zugang und den Rechtsanspruch auf einen ganztägigen Platz in einer Kindertageseinrichtung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr stark. Dieser Rechtsanspruch müsse uneingeschränkt auch für Kinder von arbeitslosen Eltern gelten.

Zudem forderte Thöne eine bessere materielle Absicherung der Kinder von ALG II-Empfängern: "Fast alle Lehrerinnen und Lehrer kennen das Problem: Zu Beginn jedes Schulhalbjahres sitzen Kinder aus armen Familien ohne Hefte, Stifte und Taschenrechner im Klassenraum, weil ihren Eltern schlicht das Geld dafür fehlt. Die Regelsätze reichen nicht aus: Deshalb ist es ein erster, wichtiger Schritt im Kampf gegen Kinderarmut, wenn Bezieher von ALG II und Sozialhilfe künftig zwei Mal im Jahr eine zusätzliche Pauschale für den Schulmittelbedarf bekommen. Wenn arme Familien zusätzliche Pauschalen für Schulmittel bekommen, darf ihnen das Geld aber nicht gleich wieder für das Essen in Krippen, Kitas und Schulen, für Schulbücher oder Klassenfahrten aus der Tasche gezogen werden." Kinder aus ALG II-Empfängerfamilien müssten deshalb Anspruch auf ein kostenfreies und qualitativ hochwertiges Essen in Kitas und Schulen haben.

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

F2c05160ab16d5115efffc63313d9d4345695940
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Schule

Grundschüler wollen in die Natur

06.02.2012. Der Entfremdung der Jugend von der Natur kann man entgegenwirken. Eine Untersuchung der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN, Bonn) unter 175 Grundschülern zeigt, dass sich Kinder sogar mehr Aktionen in der Natur während des Unterrichts wünschen. Dieses ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...

Sonderthemen

Schulen sollen Lernzentren für alle werden

03.02.2012. (red/ots) - Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung (CDU), will angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Ältere verbessern und mehr Forschung in der Altersmedizin ermöglichen. "Nur etwa ein Drittel der über ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Weiter auf bildungsklick.de
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung