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Braun: Ein Ausbildungsbonus wäre Geldverschwendung!

Abgabe würde vor allem Mitnahmeeffekte bewirkten

Mehr zu: Ausbildungspakt, Deutschland, Lehrstellenmangel, Berufliche Bildung
Berlin, 21.05.2008 -

Die Einführung eines Ausbildungsbonus würde kaum für zusätzliche Lehrstellen in Deutschland sorgen. Das belegt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die Erhebung unter rund 12.000 Unternehmen zeigt, dass 85 Prozent der Betriebe ihre Ausbildungspläne infolge des Bonus nicht ändern würden.

"Der Ausbildungsbonus ist Geldverschwendung", brachte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun die Ergebnisse gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf den Punkt. "Viele der befragten Unternehmen planen ohnehin, ihr Ausbildungsangebot zu vergrößern. Diese nehmen dann den Bonus mit. Zusätzliche Ausbildungsplätze entstehen so aber nicht."

Wichtiger als solche kostspieligen Finanzspritzen seien den Betrieben gezielte Unterstützungsleistungen bei der Ausbildung, berichtete Braun. Dazu zähle beispielsweise begleitende sozialpädagogische Betreuung.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen sieht den Schlüssel für mehr Lehrstellen nicht im Auflegen öffentlicher Förderprogramme, sondern in einer verbesserten Ausbildungsreife der Jugendlichen (siehe Meldung vom 19. Mai).

"Auch der neue Armutsbericht zeigt, dass schlechte Schulbildung eine Hauptursache für Arbeitslosigkeit und damit für Armut ist", so DIHK-Präsident Braun. "In der besseren Betreuung und Förderung schon der Schüler wäre das Bonusgeld daher viel besser angelegt."

Bei den anstehenden Beratungen im Bundestag zum Ausbildungsbonus komme es nun darauf an, "den Bonus zumindest auf die wirklichen Problemfälle, also lernschwache Jugendliche, zu begrenzen". Nur so ließen sich Mitnahmeeffekte verringern.

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