Deutscher Philologenverband (DPhV)
"Nach EM-Spielen keine Prüfungen?"
Vorschlag von GEW und Kultusminister nicht weitreichend genug!
Mehr zu: Alte Sprachen, Europa, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Klausuren, Sport, SchuleAls bedeutsamen Beitrag zur Unterstützung der deutschen Nationalmannschaft und damit zum Gewinn der Europameisterschaft, aber nicht als weitreichend genug hat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Vorschlag der GEW und den entsprechenden Rat des bayerischen Kultusministers an die Lehrer gewürdigt, nach Spielen der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft keine Tests zu schreiben.
Dabei richten sich die Bedenken weniger gegen den Zeitpunkt der ministeriellen Weisung wenige Tage vor der EM, nachdem die Schulaufgabenpläne an den weiterführenden Schulen bereits seit Monaten feststehen, sondern dagegen, dass sie noch viel zu kurz greift.
"An bayerischen und baden-württembergischen Schulen finden sich regional differenziert auch bedeutsame Anteile von Kindern anderer Nationalitäten, die nicht benachteiligt werden dürfen, nicht zuletzt um spätere Klagen vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu vermeiden. Wichtig ist deshalb eine Ausweitung des Testverbots auch auf Tage nach Spielen der türkischen, der österreichischen, der griechischen, der italienischen, der spanischen und der russischen Nationalmannschaft. Zu bedenken sind auch psychischen Auswirkungen der Ergebnisse von Fußballspielen: Psychologen raten deshalb, bei Siegen der jeweiligen Mannschaften auch noch einen weiteren Tag danach zum Abfeiern und bei Niederlagen einen zweiten Tag zur Bewältigung der notwendigen Trauerarbeit frei zu halten. Ob nach Verlängerungsspielen mit Elfmeterschießen wegen des zusätzlichen Schlafverlusts noch gesonderte schülerfreundliche Maßnahmen zu treffen sind, sollte jede Schule eigenständig unter Beteiligung von Elternbeirat, Lehrerkonferenz und Schulforum entscheiden", betonte Meidinger.
Zu bedenken gab der DPhV-Vorsitzende, dass auf jeden Fall die Diskriminierung von Nichtfußballfans, insbesondere von nicht Fußball schauenden Mädchen, verhindert werden muss. Deshalb rät er als Ausgleich, auch alle Schultage, die auf abendliche Sendungen mit hohen Einschaltquoten von Schülern wie "Germany´s next Topmodel" oder "DSDS" folgen, prüfungsfrei zu gestalten. Schließlich sei nicht einzusehen, dass nach dem deutschen Kroatienspiel (Ende ca. 20.00 Uhr) keine Klausur geschrieben werden dürfe, nach der nervenaufreibenden Klum-Sendung, die erst um 23.00 Uhr ende, aber schon.
Da bei Umsetzung der vorgenannten Vorschläge kaum mehr Tage für Prüfungen im Restschuljahr übrig bleiben dürften und deshalb eigentlich das Schuljahr schon gelaufen sei, rät der DPHV-Vorsitzende, den Ferienbeginn auf den 8.6., also den Beginn der Europameisterschaft, vorzuziehen und die Schule vorzeitig zu beenden!
(Nicht ganz ernst gemeinte Pressemitteilung)
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