GEW Nordrhein-Westfalen
GEW kritisiert Hochschulräte - Landtag soll sich um Hochschulen kümmern
"Landeshochschulrat" schafft mehr Transparenz
Mehr zu: Hochschulrat, Nordrhein-Westfalen, HochschuleDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert die Einsetzung eines "Landeshochschulrates" für mehr Transparenz in der Hochschulentwicklung in NRW. Er soll dem Landtag regelmäßig über die Lage der Hochschulen in NRW Bericht erstatten und die Entwicklung des Hochschulsystems begutachten.
"Wir würden es sehr begrüßen, wenn der Landtag sich verstärkt und systematisch um die Hochschulen des Landes kümmert und auf Fehlentwicklungen in der Hochschullandschaft reagiert", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber anlässlich der Anhörung im Wissenschaftsausschuss über den Gesetzentwurf der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für ein "Hochschulratskorrekturgesetz" (HRKG). Nachdem sich das Ministerium mit dem sog. Hochschulfreiheitsgesetz der Verantwortung über die Hochschulen des Landes weitgehend entzogen habe, müsse sich der Landtag verstärkt um diese Landesaufgabe kümmern. GEW-Chef Meyer-Lauber: "Ein Landeshochschulrat ist das geeignete Instrument zur Beratung des Parlaments sowie zur Herstellung von Transparenz auch für die Öffentlichkeit."
Für die an jeder Hochschule inzwischen gebildeten Hochschulräte schlägt die GEW eine Entlastung von der Personalaufsicht vor. Diese solle wieder vom Innovationsministerium wahrgenommen werden. Der so entlastete Hochschulrat - seine Mitglieder arbeiten ehrenamtlich - könne "stärker seine Funktionen in der Beratung zur strategischen Ausrichtung der Hochschule sowie in der Aufsicht über die Qualitätsentwicklung in Lehre und Forschung wahrnehmen", heißt es in der von der GEW verfassten Stellungnahme.
Im übrigen sieht die GEW eine angemessene Repräsentanz aller gesellschaftlichen Gruppen in den neu konstituierten Hochschulräten nicht gewährleistet. Insbesondere seien die Gewerkschaften ungenügend vertreten, aber auch der Kulturbereich sowie Personen mit Migrationshintergrund. Und die geringe Anzahl von Frauen in fast allen Hochschulräten ist für die GEW ein weiterer Kritikpunkt. Nach ersten Beobachtungen bewertet die GEW den Beitrag der neu konstituierten Hochschulräte zur Drittmitteleinwerbung und zum Fundraising zu Gunsten der einzelnen Hochschulen skeptisch.
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