Das Land stellt zum nächsten Schuljahr mindestens 4100 neue Lehrkräfte in den Schuldienst ein
Kultusminister Rau präsentiert Zwischenbilanz der Lehrereinstellung 2008 im Landtag / Steigende Einstellungszahlen in fast allen Schularten
Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Junglehrer, Lehrermangel, Numerus Clausus, Unterrichtsversorgung, SchuleZum neuen Schuljahr 2008/09 werden in Baden-Württemberg mindestens 4100 neue Lehrkräfte in den öffentlichen Schuldienst eingestellt. Das hat Kultusminister Helmut Rau am Mittwoch (25. Juni) im Landtag in Stuttgart bekannt gegeben. "Mit diesem noch vorläufigen Ergebnis möchte ich irreführenden Spekulationen über die Einstellungschancen von angehenden Junglehrern begegnen." Es sei bedauerlich, dass das Verfahren der Lehrereinstellung auch dieses Jahr wieder durch haltlose Gerüchte belastet worden sei. Dies schaffe ein Klima der Verunsicherung bei den Referendaren, kritisierte der Kultusminister.
Im Vergleich zum Vorjahr werden nach den Worten Raus rund 350 Lehrkräfte mehr eingestellt. Über fast alle Schularten hinweg hätten sich die Einstellungszahlen nach oben entwickelt. Dadurch würden sich – je nach Schulart - Soforteinstellungsquoten für Neubewerber zwischen 50 und 90 Prozent ergeben. Insbesondere im Grund- und Hauptschulbereich hätten sich die Einstellungschancen durch das Maßnahmenpaket zur Stärkung der Hauptschulen deutlich verbessert. Dort könnten voraussichtlich 1060 Lehrkräfte eingestellt werden, zum Schuljahr 2007/08 waren es 670 Einstellungen. Rau führte aus, dass besonders qualifizierten Lehramtsbewerbern für den GHS-Bereich frühzeitig Einstellungsangebote gemacht wurden.
Auch die Besten im Bereich der Gymnasien und der Beruflichen Schulen sowie Bewerber in Mangelfächer hätten umgehend eine Einstellungszusage erhalten. "Als klar war, dass andere Bundesländer händeringend nach Lehrkräften suchen, haben wir schnell und ohne öffentliches Tamtam gehandelt. Denn eines ist klar: Referendare mit herausragenden Qualifikationen sollen in Baden-Württemberg bleiben." Als großen Erfolg bezeichnete der Kultusminister die zeitlich vorgezogene Tranche der schulbezogenen Stellenausschreibung für den ländlichen Raum. Im Bereich der Grund- und Hauptschulen konnten 90 Prozent der auf diesem Weg ausgeschriebenen Stellen besetzt werden. Im Rahmen der schulbezogenen Stellenausschreibung für den ländlichen Raum seien für die Gymnasien und Beruflichen Schulen die zugewiesenen Stellenkontingente noch vor der Osterpause um 25 % aufgestockt worden. Dadurch konnten beispielsweise die Gymnasien in Buchen, Blaubeuren und Waldshut die zuvor angespannte Personalsituation entschärfen.
Rau erinnerte daran, dass Baden-Württemberg seit der Jahrtausendwende rund 38 000 Lehrerneueinstellungen vorgenommen hat. Mittlerweile könne ein historischer Höchststand von rund 90.500 Lehrerstellen im Haushalt des Landes verzeichnet werden. Als eines von nur drei Ländern bundesweit verzichte Baden-Württemberg weiterhin auf einen Numerus Clausus für Referendare und gebe damit allen Lehramtsstudenten die Chance auf einen unmittelbaren Abschluss ihrer Gesamtausbildung.
Noch sind nicht alle zugewiesenen Lehrerstellen, vor allem bei den Gymnasien und beruflichen Schulen, besetzt. An den Gymnasien besteht besonderer Bedarf in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern. Bei den beruflichen Schulen können im Listen- und Nachrückverfahren noch etwa 270 Stellen besetzt werden, vor allem in den allgemein bildenden Fächern wie Mathematik, Physik, Englisch, Religion und auch in den berufsbezogenen Mangelfächern im gewerblich-technischen Bereich, wie z.B. Elektrotechnik und Maschinenbau." Über das Internetportal www.lehrereinstellung-bw.de werden ab dem 8. Juli alle noch zu besetzenden Stellen ausgeschrieben.
Anlage: Voraussichtliche Lehrerneueinstellungen zum Schuljahr 2008/09 (siehe rechte Spalte oben)
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