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Matheprüfung zum mittleren Schulabschluss: Gutachten belegt: Wiederholung nicht schwerer

Alle Gerüchte zu Vorabveröffentlichung falsch / Lösungsbogen erst nachträglich online / Zöllner dankt Schülern, Lehrkräften und Eltern / Zöllner: Für MSA-Matheprüfung gilt günstigere Bewertungsskala

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Berlin, Mathematik, Realschule, Schule
Berlin, 25.06.2008 -

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Der Gutachter bestätigt: Die Wiederholungsprüfung war objektiv nicht schwerer oder umfangreicher. Allerdings erklärt die besonders aufgeheizte Atmosphäre im Vor- und Umfeld der Wiederholung, dass Schülerinnen und Schüler die zweite Prüfung als schwerer empfunden haben. Denn durch die Aufgeregtheiten und Unsicherheiten der Tage nach der ersten Prüfung sind die Schülerinnen und Schüler sicherlich zusätzlichem Stress ausgesetzt worden. Deshalb habe ich entschieden, eine dem Abitur vergleichbare Notenskala anzuwenden - angepasst auf die rechtlichen Besonderheiten des MSA. Im Kern bedeutet dies, dass Schülerinnen und Schüler schon mit 45% und nicht erst mit 50% die Matheprüfung bestehen. Alle anderen Notenstufen beginnen ebenso entsprechend niedriger."

Die Prüfung des Schweregrades der Wiederholungsprüfung durch einen unabhängigen Fachdidaktiker, Prof. Dr. Wolfgang Schulz (Humboldt-Universität zu Berlin) hat heute ergeben, dass sie weder vom Umfang noch vom Schwierigkeitsgrad her von der ersten Arbeit abwich. Prof. Dr. Schulz stellt fest:

"Ich kann keine Anhaltspunkte finden, die dafür sprechen, dass der Schwierigkeitsgrad der Arbeit vom 23.06.2008 höher ist, als in der Arbeit vom 11.06.2008. Ich kann auch nicht erkennen, dass der Zeitaufwand für die zweite Arbeit höher ist. Die Vertrautheit mit vielen Aufgabentypen in der zweiten Arbeit müsste eher ein Sinken des Schwierigkeitsgrades zur Folge haben. Ich kann auch nicht erkennen, dass der Schwierigkeitsgrad im Jahr 2008 gegenüber dem Schwierigkeitsgrad aus dem Jahr 2007 zugenommen hat."

Dessen ungeachtet empfinden Schülerinnen und Schüler Aufgabenstellungen immer subjektiv unterschiedlich schwer – je nachdem, worauf der einzelne Schüler gut oder weniger gut vorbereitet ist.

Die Gerüchte der vergangenen Tage, wonach Arbeit und Lösungen Schülerinnen und Schülern angeblich vorab bekannt waren, haben sich bisher alle als gegenstandlos erwiesen. Auch hat keine einzige Schule eine Unregelmäßigkeit gemeldet. Eindeutig widerlegt ist inzwischen der Verdacht, dass der auf der Onlineplattform rapidshare veröffentlichte Lösungsbogen schon vor der Prüfung herunter geladen werden konnte. Auf Anfrage der Senatsbildungsverwaltung hat rapidshare bestätigt, dass der Lösungsbogen erst nach der Prüfung am Montagnachmittag um 15:49 Uhr hochgeladen wurde.

Bei einer Aufgabe, bei der zwei Interpretationen und damit zwei Antworten möglich sind, werden selbstverständlich beide Antworten ((40° bzw. 320°) als richtig gewertet.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner dankt beteiligten Schulleiterinnen, Schulleitern, Lehrerinnen und Lehrern, die in dieser besonderen Situation mit großem Engagement und viel Sorgfalt die Wiederholungsprüfung organisiert und begleitet haben. Den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern wünscht er, dass die Mühe, sich ein zweites Mal der Prüfung zu stellen, mit einem möglichst guten Ergebnis belohnt wird.

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