VBE: Gymnasiasten sind der Landesregierung liebste Kinder
Gute Zeiten für "Oberschüler", schlechte für Hauptschüler
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungschancen, G8, Gymnasium, Hauptschule, Nachhilfe, Stundentafel, SchuleAuch im letzten Bildungsbericht wurde wieder auf die Schieflage hingewiesen, dass die Zukunftschancen der Schüler viel zu sehr von deren Herkunft bestimmt werden. Nach Ansicht der Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sind die Zeiten schlecht für Hauptschüler, die meist aus sozial stark benachteiligten Familien mit und ohne Migrationshintergrund kommen, denn auch die Landesregierung tut zurzeit alles, um hauptsächlich Gymnasiasten zu helfen.
Dass das Gymnasium wieder einmal gegenüber anderen Schularten bevorzugt wird, sieht man bei der jetzt beschlossenen Hausaufgabenhilfe für Gymnasiasten, die allen anderen Schularten nicht zuteil wird, obwohl sie dort mindestens genauso dringend benötigt wird. Wenn man obendrein berücksichtigt, dass den Gymnasien pro Klasse zwei zusätzliche Poolstunden zur Verfügung stehen, über die frei verfügt werden kann, versteht man, warum bei den anderen Schularten verstärkt Unmut aufkommt. Auch beim Vergleich der AG-Stunden bleiben Hauptschulen in der Regel zweiter Sieger. "Von solch privilegierten Bedingungen, wie sie an den Gymnasien des Landes vorzufinden sind, können Hauptschulen nur träumen", moniert VBE-Chef Rudolf Karg, der damit zwar keine Neiddebatte entfachen möchte, aber zumindest für die Kinder, die keine so starke Lobby im Land haben, mehr Unterstützung anmahnen will.
Gymnasiasten respektive deren Eltern wählen diese Schulart und die damit verbundenen Belastungen in der Regel selber, auf die Hauptschule wird man dagegen geschickt. Die sucht man sich nicht aus, dahin muss man gehen. Warum ausgerechnet Gymnasiasten, die meist aus finanziell und sozial besser gestellten Familien kommen, nun bei den Hausaufgaben im Auftrag der Landesregierung geholfen werden soll und Hauptschülern nicht, ist nur sehr schwer zu verstehen. Gerade die Kinder, die daheim häufig keine oder viel zu wenig Unterstützung bekommen, sollten eigentlich zusätzliche Förderung erfahren dürfen. Selbst der Vergleich der Stundentafeln lässt nicht erkennen, warum ausgerechnet den Gymnasiasten besonders geholfen werden muss. Auch Hauptschüler haben je nach Handhabung der Kontingentstundentafel 31 bis 35 Stunden in der Woche.
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