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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE: Gymnasiasten sind der Landesregierung liebste Kinder

Gute Zeiten für "Oberschüler", schlechte für Hauptschüler

Stuttgart, 27.06.2008

Auch im letzten Bildungsbericht wurde wieder auf die Schieflage hinge­wie­sen, dass die Zukunftschancen der Schüler viel zu sehr von de­ren Herkunft bestimmt werden. Nach Ansicht der Verbandes Bildung und Er­ziehung (VBE) Baden-Württemberg sind die Zeiten schlecht für Haupt­schüler, die meist aus sozial stark benachteiligten Familien mit und ohne Migrations­hintergrund kommen, denn auch die Landesregierung tut zur­zeit alles, um hauptsächlich Gymnasiasten zu helfen.

Dass das Gymnasium wieder einmal gegenüber anderen Schularten bevorzugt wird, sieht man bei der jetzt beschlossenen Hausaufgabenhilfe für Gymnasias­ten, die allen anderen Schularten nicht zuteil wird, obwohl sie dort mindestens genauso dringend benötigt wird. Wenn man obendrein berücksichtigt, dass den Gymna­sien pro Klasse zwei zusätzliche Poolstunden zur Verfügung stehen, über die frei verfügt werden kann, versteht man, warum bei den anderen Schular­ten verstärkt Un­mut aufkommt. Auch beim Vergleich der AG-Stunden bleiben Hauptschulen in der Regel zweiter Sieger. "Von solch privilegierten Bedingun­gen, wie sie an den Gymnasien des Landes vorzufinden sind, können Haupt­schulen nur träumen", moniert VBE-Chef Rudolf Karg, der damit zwar keine Neiddebatte entfachen möchte, aber zumindest für die Kinder, die keine so star­ke Lobby im Land haben, mehr Unterstützung anmahnen will.

Gymnasiasten respektive deren Eltern wählen diese Schulart und die damit ver­bundenen Belastungen in der Regel selber, auf die Hauptschule wird man dage­gen geschickt. Die sucht man sich nicht aus, dahin muss man gehen. Warum ausgerechnet Gymnasiasten, die meist aus finanziell und sozial besser gestellten Familien kommen, nun bei den Hausaufgaben im Auftrag der Landesregierung geholfen werden soll und Hauptschülern nicht, ist nur sehr schwer zu verstehen. Gerade die Kinder, die daheim häufig keine oder viel zu wenig Unterstützung bekommen, sollten eigentlich zusätzliche Förderung erfahren dürfen. Selbst der Vergleich der Stundentafeln lässt nicht erkennen, warum ausgerechnet den Gym­nasiasten besonders geholfen werden muss. Auch Hauptschüler haben je nach Handhabung der Kontingentstundentafel 31 bis 35 Stunden in der Woche.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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