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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

An den Schulen kommen zu wenig neue junge Lehrer an

VBE: Gerade noch ausreichend ist nicht gut genug

Stuttgart, 27.06.2008

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf, aus den Fehlern der missglückten Einstellungs­runde im vergangenen Jahr etwas zu lernen und es nun besser zu machen. Wie aus den bereits bekannten Informationen hervorgeht, sind die Einstel­lungszahlen für junge Lehrer für das neue Schuljahr alles andere als Mo­tivation und Perspektive. Für den VBE stellt sich die Frage, ob die Politik richtig beraten ist, Haushaltskonsolidierung bis zum "Geht-nicht-mehr" zu betreiben und den Bildungsbereich nur "kleckerlesweise" zu bedenken.

"Wer gute Schulen für alle und nicht nur für Privilegierte will, muss Geld in die Hand nehmen und klotzen, nicht kleckern", so VBE-Chef Karg. Genau wie im letzten Jahr ist die 100-Prozent-Versorgung der Schulen so definiert, dass absolut nichts passie­ren darf, damit der Pflichtunterricht gerade so stattfinden kann. Der Ergänzungs­bereich - dazu gehören insbesondere Stütz- und Förder­kurse für die Schüler und AG-Stunden - wird wiederum nur mit der Lupe er­kennbar sein.

Auch 2008 stehen im Grund- Haupt-, Real- und Sonderschulbereich mehr als zwei Drittel der Bewerber mit hervorragenden Noten auf der Straße, weil sie kein Einstellungsangebot bekommen haben. "Vor Jahren wurden junge Leute zum Studium animiert und nun lassen die Landespolitiker sie im Regen stehen", schimpft VBE-Chef Karg. Alleine im Grund- und Haupt­schulbereich stehen 3158 Bewerbern lediglich 930 Einstellungen gegenüber. Dies entspricht einer Abweisungsquote von 70,5 Prozent. Noch schwieriger stellt sich die Situation an den Sonderschulen dar.

Der VBE wird, solange Unterrichtsstunden an den Schulen ausfallen und die in­dividuelle Förderung der Schüler nicht nachhaltig ausgebaut wird, nicht nach­lassen, die verantwortlichen Politiker mit der Tatsache der Bild­ungsvernach­läs­sigung zu konfrontieren. Die Lan­despolitik muss lernen, dass Bildung eine der ganz wenigen zukunftsweisenden Ressourcen Baden-Württembergs ist. "Gerade noch ausreichend ist in der Bildungs­politik nicht genug", mahnt VBE-Chef Karg.

Einstellungen und Ablehnungen 2008

Bewerber Einstellungen Einstellungen in Prozent Abweisungen in Prozent
Alt- und Neubewerber absolut
Sonderschulen 685 120 17,5 82,5
Grund- u. Hauptschulen 3158 930 29,5 70,5
Realschulen 1808 641 35,5 64,5
Fachlehrer 384 100 26 74
gesamt 6035 1791 29,7 70,3



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