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Kempen: "Lehrprofessor ist kein Universitätsprofessor!"

Deutscher Hochschulverband zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrats

Mehr zu: Hochschullehre, Hochschule
Bonn, 07.07.2008 -

Der Deutsche Hochschulverband (DHV) unterstützt das Anliegen des Wissenschaftsrates, die universitäre Lehre aufzuwerten. "Didaktische Unterstützungsangebote, die allen Hochschullehrern offen stehen, sind dringend erforderlich", erklärte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes, Professor Dr. Bernhard Kempen, anlässlich der heute vorgestellten Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Qualität von Lehre und Studium. "Auch der Forderung, die Berufung von Professoren an den Nachweis von Lehrbefähigungen zu binden, stimmen wir vorbehaltlos zu."

Kempen begrüßte, dass der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen eindeutig und klar auf die katastrophalen Betreuungsrelationen an den deutschen Universitäten hinweise und zusätzliche Professuren fordere. Kategorisch abzulehnen bleibe aber der Vorschlag des Wissenschaftsrates, sogenannte "Lehrprofessuren" mit zwölf statt der bisher üblichen acht bis neun Semesterwochenstunden Lehrdeputat zu belegen. "Es ist richtig, hervorragenden Wissenschaftlern mehr Forschungsfreiräume durch Entbindung von Verpflichtungen in der Lehre und Selbstverwaltung zu gewähren. Nur so können wir im Wettbewerb um Spitzenforscher mit anderen Wissenschaftsnationen bestehen", betonte Kempen. "Es ist jedoch falsch, bei anderen Universitätsprofessoren die Lehrdeputate zu Lasten der Forschungsanteile zu erhöhen." Denn nur eine Lehre, die sich ständig aus der Forschung erneuere, sei universitäre Lehre. "Daher müssen Forschung und Lehre im Grundsatz gleichberechtigt bleiben", so Kempen. "Viel Lehre und weni g Forschung führen nicht zu einer Aufwertung, sondern zu einer Abwertung der Lehre."

Schon heute seien in Bayern "Lehrprofessuren" ausgeschrieben, die bis zu 16 Semesterwochenstunden Lehre vorsähen. "Mit dem neuen Personalmodell werden Sach- und Personalmittel auf Kosten der Ausbildungsqualität gespart", so Kempen. "Wir brauchen mehr Universitätsprofessoren, die ihren Studierenden dank Forschungsaktivitäten den aktuellen Wissensstand ihres Fachgebietes vermitteln können, aber keine Dozenten, deren Wissensstand auf Grund von erzwungener Forschungsinaktivität täglich veraltet", erklärte Kempen.

- Der Deutsche Hochschulverband ist die bundesweite Berufsvertretung der deutschen Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses mit über 23.000 Mitgliedern. -

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