Wissenschaftsrat empfiehlt Förderung von Forschungsbauten in Tübingen und Freiburg mit insgesamt 90 Mio. Euro
Wissenschaftsminister Frankenberg: Qualitätssiegel für die Forschung in Baden-Württemberg
Mehr zu: Baden-Württemberg, Forschung, Hirnforschung, HochschuleNach einer heute (7. Juli) veröffentlichten Empfehlung des Wissenschaftsrats sollen an den Universitäten Tübingen und Freiburg drei Forschungsbauten mit Gesamtkosten von 90 Mio. Euro gefördert werden. In Tübingen sind Neubauten für das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen und für die Neurowissenschaften vorgesehen, in Freiburg der grundlegende Umbau eines Gebäudes für das Physiologische Institut. Die Empfehlung des Wissenschaftsrates ist Grundlage der für den 16. Juli erwarteten abschließenden Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK).
Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg: "Die Empfehlung des Wissenschaftsrates ist ein Qualitätssiegel für die Forschung der beiden Universitäten. Sie basiert auf dem unabhängigen Urteil von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die nur exzellente Vorhaben mit internationaler Ausstrahlung für eine Förderung empfehlen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die gemeinsame Wissenschaftskonferenz diese Empfehlung zu Eigen machen wird".
Die Projekte im Einzelnen:
Universität Tübingen, Forschungsgebäude für das Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP): Auf dem Campus Morgenstelle soll mit Gesamtinvestitionen von rund 43 Mio. Euro zwischen 2009 und 2011 ein Neubau entstehen, der das bisher auf vier Standorte verteilte ZMPB unter einem Dach zusammenführt. Im ZMBP wirken verschiedene Fakultäten der Universität mit. Es befasst sich mit molekularen, zellulären und biochemischen Lebens- Kommunikations- und Adaptionsprozessen höherer Pflanzen. Es geht darum, den Organismus der Pflanze als Ganzes zu erforschen. Dies bildet die Grundlage für ihre gezielte Veränderung und Nutzung, insbesondere in der nachhaltigen Landwirtschaft.
Universität Tübingen, Forschungsbau der Neurowissenschaften: Auf dem Schnarrenberg soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Forschungsgebäude Medizin zwischen 2008 und 2010 ein Neubau mit Gesamtinvestitionen von rund 33 Mio. Euro entstehen. Darin sollen Forscher des Hertie Institut für klinische Hirnforschung und des in der Exzellenzinitiative geförderten Exzellenzclusters "Centre für Integrative Neuroscience (CIN) untergebracht werden. Forschungsthema des CIN ist die Frage, wie das Gehirn komplexe Leistungen wie die Wahrnehmung, die räumliche Orientierung und die Kontrolle von Bewegungen ermöglicht und wie Erkrankungen dieser Funktionen verhindert oder therapiert werden können.
Universität Freiburg, Physiologisches Institut: Zwischen den Jahren 2008 und 2010 soll in der Hermann-Herder-Straße für 13 Mio. Euro ein Zentrum für Synapsenproteomik und Synapsenfunktion des Physiologischen Instituts entstehen. Forschungsthema ist die Untersuchung der Mechanismen der Codierung und Speicherung von Informationen im Gehirn. Die Forschung kann langfristige Bedeutung für die Entwicklung neuer Therapien für Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen haben.
Die Förderung von Forschungsbauten an Hochschulen ist Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. Förderfähig sind nur Vorhaben, die der überregional bedeutsamen Forschung dienen. Dabei ist zunächst eine Begutachtung der von den Ländern eingereichten Anträge durch den Wissenschaftsrat vorgesehen. Auf dieser Basis entscheidet die gemeinsame Wissenschaftskonferenz abschließend über die Aufnahme in die Förderung. Der Bund beteiligt sich zur Hälfte an der Finanzierung der geförderten Vorhaben.
In der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) wirken Bund und Länder im Bereich der gemeinsamen Wissenschafts- und Forschungsförderung zusammen. Die GWK ist die Nachfolgeorganisation der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung, die mit Ablauf des Jahres 2007 ihre Tätigkeit eingestellt hat.
Der Wissenschaftsrat (WR) berät die Bundesregierung und die Landesregierungen und gibt Empfehlungen zu inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulrechts.
Weitere Infos www.wissenschaftsrat.de
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