Wissenschaftsrat
Fortsetzung, Wettbewerb und Flexibilisierung
DFG und Wissenschaftsrat legen Eckpunkte-Papier zur Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative vor
Mehr zu: Deutschland, Exzellenz-Initiative, Forschung, Gleichstellung, Hochschulgesetz, HochschuleMit dem heute veröffentlichten Eckpunkte-Papier legen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat erste Überlegungen zur Fortführung und Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative vor. Die Wissenschaft hat bewusst diesen frühen Zeitpunkt gewählt, um Denkanstöße zu liefern und ihren Beitrag zur öffentlichen Debatte zu leisten.
Die Kernpunkte des dreiseitigen Eckpunkte-Papiers sind die Vorstellungen der Wissenschaft zur Fortsetzung der Exzellenzinitiative über das Jahr 2011 hinaus in einem weiterhin wettbewerblichen und wissenschaftsgeleiteten Verfahren. DFG und Wissenschaftsrat sprechen sich für die Beibehaltung der drei Förderlinien und die Ermöglichung eines fairen Wettbewerbs zwischen Fortsetzungs- und Neuanträgen aus. Die Wissenschaft schlägt darüber hinaus eine Erhöhung der Gesamtmittel für die nächste Runde um circa 20 bis 30 Prozent, sowie größere Bandbreiten der flexiblen Finanzierungsmöglichkeiten in allen Förderlinien vor.
Die in den Eckpunkten zusammengefassten Überlegungen gehen auf zahlreiche Gespräche mit Universitätsleitungen, Sprecherinnen und Sprechern von Exzellenzclustern und Graduiertenschulen, in der Exzellenzinitiative geförderten und nicht geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministerium für Bildung und Forschung und der zuständigen Länderministerien sowie intensiven Diskussionen in DFG und Wissenschaftsrat zurück.
Zur Erinnerung: Seit dem 19. Oktober 2007 werden 39 Graduiertenschulen, 37 Exzellenzcluster und neun Zukunftskonzepte gefördert. Schon in dieser relativ kurzen Zeit hat sich gezeigt, dass die Exzellenzinitiative für die Profil- und Strukturbildung der Einrichtungen das ist, was eine frische Brise für den Segler bedeuten kann: Rückenwind. Dabei hat sich gezeigt, dass die Exzellenzinitiative nicht nur ein Wettbewerb der Wissenschaft, sondern auch der Verwaltungen und der Gremien der Universitäten geworden ist. Auch die Länder bemühen sich nicht nur um eine wissenschaftsgerechtere Hochschulgesetzgebung, sondern unterstützen die Exzellenzinitiative mit zusätzlichen Maßnahmen.
Es gibt in allen Einrichtungen erste große Erfolge, aber auch Probleme in der Aufbauphase, zum Beispiel bei der Rekrutierung von wissenschaftlichem Personal oder in der Umsetzung der neuen Organisationsformen innerhalb der Universität. Allerdings sind die Erwartungen auf struktureller Ebene bereits übertroffen worden. Die Forschungseinrichtungen arbeiten verstärkt daran, sich zu vernetzten, die Verwaltungsstrukturen zu flexibilisieren, internationaler zu arbeiten und legen stärkeres Gewicht auf Nachwuchsförderung, Gleichstellung und Ko-
operation. Dies alles sind große Schritte in Richtung einer Modernisierung, die zeigen, dass das gesamte Wissenschaftssystem in Deutschland im Aufbruch ist. Einig sind sich alle Beteiligten, dass die bislang beschlossene fünfjährige Förderung bis zum Jahr 2011 nicht ausreicht, um die neu geschaffenen Strukturen nachhaltig zu etablieren.
Weitere Informationen
Das Eckpunkte-Papier finden Sie im Internet unter DFG undWissenschaftsrat.
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