Der neunte Lessing-Preis des Freistaates Sachsen geht an den Schriftsteller Kito Lorenc. Das hat das Kuratorium des Lessingpreises unter Vorsitz der Sächsischen Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange entschieden.
"Mit Kito Lorenc erhält einer der bedeutendsten sorbischen Dichter der Gegenwart den Lessing-Preis. Gewürdigt wird das Lebenswerk eines Mannes, dessen Arbeiten Eintragungen in das kulturelle Gedächtnis nicht nur der Sorben, sondern auch der Deutschen sind", begründete die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange, die Wahl.
Der mit 13.000 Euro dotierte Lessing-Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, würdigt herausragende Leistungen im Geiste Lessings, vornehmlich auf dem Gebiet der Literatur, der Literaturkritik und des Theaters. Vielversprechende Begabungen in diesen Bereichen werden durch die Vergabe zweier Förderpreise öffentlich anerkannt. Die mit je 5.500 Euro dotierten Förderpreise zum Lessing-Preis 2009 erhalten die in Leipzig lebende Autorin Ulrike Almut Sandig und der in Berlin lebende Dramatiker und Theaterautor Dirk Laucke.
Mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen wurden bisher der Schriftsteller Hans Sahl (1993), der Schauspieler Rolf Hoppe (1995), der Schriftsteller Wolfgang Hilbig (1997), der Literaturwissenschaftler Eduard Goldstücker (1999), der Theaterregisseur Adolf Dresen (2001), der Schriftsteller Hans-Joachim Schädlich (2003), der Regisseur und Theaterschriftsteller Armin Petras (2005) und die Literatin Prof. Dr. Ruth Klüger (2007) geehrt.
Die Preisverleihung findet am 17.01.2009 anlässlich der Eröffnung der 47. Kamenzer Lessingtage in Kamenz statt.
Kito Lorenc wurde 1938 in Schleife bei Weißwasser geboren und lebt heute in Wuischke bei Bautzen. Lorenc – Mitglied der sächsischen Akademie der Künste – debütierte 1961 mit dem Gedichtband "Nowe casy, nowe kwasy (Neue Zeiten, neue Hochzeiten). Nach der Sammlung "Sorbisches Lesebuch" (1981) erschien im Jahr 2004 die Anthologie "Das Meer Die Insel Das Schiff - Sorbische Dichtung von den Anfängen bis zur Gegenwart".
Ulrike Almut Sandig, 1979 in Großenhain geboren, lebt in Leipzig. 2001 war sie Mitbegründerin der Literaturgruppe "augenpost", mit der sie bis 2005 Gedichte an die Ampelpfosten und Stromkästen u.a. in Leipzig klebte. Sie veröffentlicht Gedichte, Prosa und Kritik, so "Zunder" (Gedichte, 2005), "der tag, an dem alma Kamillen kaufte" (Musikalisches Hörbuch, 2006), "Streunen" (Gedichte, 2007).
Dirk Laucke, Jahrgang 82, geboren in Schkeuditz, ist Absolvent der Universiät der Künste, Sektion Szenisches Schreiben. Mit seinem ersten Stück "alter ford escord dunkelblau" erhielt er den Kleist-Förderpreis für Junge Dramatik 2006.