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Letzte Änderung: 09.02.2012, 11:05
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…von SESAM und neuen Medien: Der "Server für schulische Arbeit mit Medien" wird zur dauerhaften Dienstleistung des Landesmedienzentrums BW (LMZ) für Lehrkräfte in Baden-Württemberg

Abschlusspräsentation im Landesmedienzentrum am Standort Karlsruhe, 15.7.2008

Mehr zu: Baden-Württemberg, Individuelle Förderung, Medienkompetenz, Schulträger, Sport, Stiftungen, Unterrichtsmaterial, Schule
Karlsruhe, 15.07.2008 -

Man könnte meinen, dass die Begriffe "Sesam" und "neue Medien" wohl eher nicht in Bezug zueinander stehen – am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) jedoch tun sie dies: SESAM ist die Abkürzung für "Server für schulische Arbeit mit Medien", ein Online-Projekt am LMZ, das 2003 vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport ins Leben gerufen wurde und Lehrkräften in Baden-Württemberg kostenfrei Unterrichtsmaterialien online zur Verfügung stellt. Stand Juli 2008 verzeichnet SESAM rund 26.000 multimediale Inhalte (Arbeitsblätter, Bilder, Audiofiles, Filme etc.) und über 33.000 registrierte Benutzerinnen und Benutzer.

Nun geht die Projektphase zu Ende, Grund genug, Bilanz zu ziehen – und auch in die Zukunft zu schauen, denn Dank der finanziellen Unterstützung durch die kommunalen Schulträger wird SESAM ab dem 1.8.2008 zum dauerhaften Angebot des LMZ!

Die Projekt-Abschlussveranstaltung fand heute, 15.7.2008, im Landesmedienzentrum am Standort Karlsruhe statt. Vor vollem Haus begrüßte Wolfgang Kraft, der Direktor des Landesmedienzentrums die geladenen Gäste aus Politik und schulisch-pädagogischem Bereich. "Ich freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung zur Abschlusspräsentation des Projektes SESAM so zahlreich gefolgt sind, um gemeinsam Bilanz zu ziehen. In weniger als fünf Jahren verzeichnet SESAM heute rund 26.000 multimediale Inhalte (Arbeitsblätter, Bilder, Audiofiles, Filme etc.) und über 33.000 registrierte Benutzerinnen und Benutzer. Diese Zahlen sprechen für sich. Das Redaktionsteam unter der Leitung von Tanja Rix hat diesen Erfolgskurs möglich gemacht. Mein besonderer Dank gilt daher dem Projektleiter Dr. Jaklin, Frau Rix und allen beteiligten "SESAMISTEN"!

Dass SESAM auch ein Thema für einen Landrat ist, legte Landrat Jürgen Bäuerle, Rastatt, in seinen grundsätzliche Überlegungen zur "Online-Distribution und ihre Bedeutung für die Kommunen" dar. Als Vertreter des Landkreises Rastatt habe er "nicht nur ein hohes persönliches, sondern auch ein intensives dienstliches Interesse an der Bildung im Allgemeinen und der guten Versorgung und Ausstattung der Schulen im Besonderen." – Als Träger von 16 kreiseigenen Schulen übernimmt der Landkreis Rastatt die Versorgung der Schulen mit Hardware. Zudem betreibt er das Kreismedienzentrum Mittelbaden, dessen Dienstleistungen – der "Offline-Verleih" von DVDs, Videos, Dias etc. und die Beratung in Sachen "Online-Medien" – allen Lehrkräften im Landkreis zur Verfügung stehen.

Was aber – so Bäuerle in seinen Ausführungen – nütze den Lehrkräften die Ausstattung mit Computern, wenn Ihnen keine multimedialen Inhalte zur Verfügung stehen? Daher habe der Landkreis auch "ein stückweit für die inhaltliche Versorgung mit Unterrichtsmaterialien große Verantwortung." Und eben diese Versorgung mit Unterrichtsmaterialien wird vom Kreismedienzentrum – und der vom Verbund aller Medienzentren und dem Landesmedienzentrum verantworteten Plattform SESAM gewährleistet.

Bleibt noch die Frage, ob denn wirklich alle Schulen auf die Materialien in SESAM zugreifen können? "Klar sind noch nicht alle Schulen mit einer schnellen Netzanbindung versorgt – der Filmdownload ist in solchen Schulen also noch nicht möglich. Aber auch hier wird sich in den nächsten Jahren Einiges tun. Und im Übrigen wollen wir mit SESAM ein zukunftsträchtiges Angebot aufbauen. On- und Offline werden noch viele Jahre nebeneinander angeboten werden. Und viele Inhalte, wie Bilder, Arbeitsblätter, Audiodateien etc. sind auch mit ´langsameren´ Anbindungen nutzbar. Ich verweise auch ausdrücklich darauf, dass der zweite Distributionsweg, nämlich das Entleihen der Scheiben oder Videos beim Kreismedienzentrum weiterhin besteht und noch über Jahre notwendig sein wird."

"Welche Möglichkeiten sehen Sie durch den Aufbau und Ausbau eines Online-Medienangebotes für Ihren Aufgabenbereich?" lautete die Fragestellung der von Dr. Jaklin moderierten Talkrunde, die sich an Landrat Bäuerles Rede anschloss. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Land, Kommune, dem schulischen Bereich und dem Medienzentrenwesen waren sich über die Vorzüge solch eines Medienangebotes einig:

Aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der Grünen, Renate Rastätter (MdL) könne die "individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern durch ein breit gefächertes, qualitativ hochwertiges und einfach zugängliches Online-Medienangebot, wie es SESAM bietet, wesentlich besser bewältigt werden. – BM Harald Denecken, u. a. zuständig für das Schul- und Sportamt , erläuterte, dass die Stadt Karlsruhe durch zusätzliche Mittel die Online- Bereitstellung von Medien für die Schulen in Karlsruhe in SESAM ausbaue, weil durch die dort bereitgestellten Materialien, die zudem lizenzrechtlich abgesichert sind, die Einsatzmöglichkeiten von Medien im Unterricht maßgeblich erhöht würden.

OStD Jürgen Morath, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, wies darauf hin, dass die Online Angebote in Sesam völlig neue Möglichkeiten in der Versorgung von Schülerinnen und Schülern die längere Zeit nicht am Unterricht teilnehmen können, z. B weil sie bei Lehrgängen oder längere Zeit krank sind, bieten. – Was die Medienzentren beträfe, so seien Online-Medienangebote eine gute Ergänzung zu den Offline-Angeboten. Die Online-Distribution gewährleiste eine höhere Aktualität der Unterrichtsmedien und ermögliche, dass die Medien schneller zum Kunden gelangen – so StD Wolfgang Antritter, pädagogischer Leiter des Medienzentrums Pforzheim Enzkreis.

In ihrem Vortrag "SESAM Gestern – Heute – Morgen" zog Tanja Rix, Leiterin der Online-Distribution Bilanz der knapp fünfjährigen Projektphase. Individuelle Gesprächsrunden gaben im Anschluss die Möglichkeit zum persönlichen Meinungsaustausch über zukünftige Anforderungen an die "Online-Distribution".

Aber auch die Praxis kam bei der Abschlussveranstaltung nicht zu kurz: Wie man tatsächlich im Unterricht mit den SESAM-Medien arbeitet, das demonstrierten Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte an Lernstationen: Die Klasse 4c (LRS) der Hans-Thoma-Schule zeigte Arbeiten aus dem klassenübergreifenden Projekt "Unsere Erde und unser Weltall" das in den vergangenen Schulwochen u. a. in der Klasse 4c durchgeführt wurde. Die Klasse 9a des Gymnasiums Neureut demonstrierte, wie man mit der CD-ROM "Imperialismus und Erster Weltkrieg" eine Unterrichtsstunde gestaltet.

Für gute Stimmung sorgte die Jazz-AG des Helmholtz-Gymnasiums unter der Leitung von Hartmut Petri.

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