Als "hilflos" hat Kultusminister Helmut Rau MdL die Kritik der Landtags-SPD an der Bildungsoffensive der Landesregierung bezeichnet. "Der Versuch, Investitionen in Höhe von einer halben Milliarde Euro kleinzureden, ist kläglich gescheitert."
Das sture Festhalten der Sozialdemokraten an der Strukturfrage sei ein Zeichen bildungspolitischer Ratlosigkeit. Der pädagogischen Aufwertung der Hauptschulen zu Werkrealschulen habe die SPD nichts "an schlüssigen Konzepten" entgegenzusetzen. Geradezu "entlarvend" sei die Aussage, die sechsjährige Grundschule und die Gemeinschaftsschule nur auf freiwilliger Basis einführen zu wollen. Die SPD drücke sich vor klaren Aussagen und verbindlichen Vorgaben. Eine Umsetzung dieser Strategie würde zu einem bildungspolitischen "Flickenteppich" führen und die Vergleichbarkeit von Schulleistungen und Abschlüssen massiv beeinträchtigen. "Wir geben viele Spielräume für die Entwicklung schulspezifischer pädagogischer Konzepte, aber eine sinnvolle Schulentwicklung benötigt auch einen klaren Rahmen", so der Kultusminister.
Rau wies auch die Behauptung zurück, die Hauptschulen würden in ein "Zwangskorsett" gesteckt. Ziel sei es, durch Ressourcenanreize die Entstehung von pädagogisch sinnvollen Schulgrößen zu fördern. Zweizügige Hauptschulen könnten ein differenzierteres Bildungsangebot anbieten als Klein- und Kleinstschulen.