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Pressemeldung
GEW Baden-Württemberg

Junge Lehrer/innen brauchen feste Zusagen

GEW: Aufruf an Bürgermeister – Rettet wohnortnahe Schulen

Mehr zu: Abwanderung, Baden-Württemberg, Hauptschule, Klassenfrequenz, Lehrerbildung, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 17.07.2008 -

Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet nach der Ankündigung der Bildungsoffensive vom Kultusministerium endlich eine verlässliche Lehrereinstellungspolitik und einen Stopp der unhaltbaren Zustände bei den etwa 1.500 befristet beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern.

Mit frühzeitigen Einstellungszusagen an Gymnasiallehrkräfte versuchte das Kultusministerium dieses Jahr die Abwanderung der Besten zu verhindern. Die GEW will erreichen, dass dies weiter ausgebaut wird. "In diesem Jahr hat in den Grund- und Hauptschulen ein Viertel der Lehramtsbewerber/innen ein Einstellungsangebot abgelehnt, weil sie offenbar bereits in den Nachbarländern Verträge unterschrieben hatten. Gute Lehrerinnen und Lehrer mit Einser-Abschluss wandern ab. Dies ist eine Reaktion auf die chaotische Lehrereinstellung 2007 und die Erfahrungen vieler junger Lehrkräfte, die als befristet eingestellte Krank¬heitsvertretun¬gen zuerst viel Lob für ihre hervorragende Arbeit erhalten und dann als Hartz IV-Empfänger oder 1-Euro-Jobber in die Sommerferien geschickt werden", sagte am Donnerstag (17.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW setzt sich für eine Erhöhung der festen Krankheits- und Elternzeitreserve von 1,5 auf 6 Prozent ein und eine Bezahlung der befristet Beschäftigten in den Sommerferien.

Moritz bezeichnete die Bildungsoffensive der Landesregierung als "gutes Signal nach zwei Jahren Stillstand in der baden-württembergischen Bildungspolitik". Sie kritisierte aber die gleichzeitige Kürzung der Fortbildungsmittel für die Qualifizierung der Lehrer/innen. Die GEW-Chefin nannte die Pläne zur Rettung der Schulstruktur als Sackgasse. "Nur wenn wir uns endlich von der Trennung der Kinder in der vierten Klasse verabschieden und Kinder und Jugendliche länger gemeinsam lernen, werden wir auf Dauer wohnortnahe und moderne Schulen schaffen können. Wir rufen die Bürgermeister in ganz Baden-Württemberg auf, überall Anträge auf Modellschulen zu stellen, in denen Kinder gezielt gefördert statt sortiert und weggeschickt werden", so Moritz.

Weitere Informationen: www.gew-bw.de

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