Philologenverband Baden-Württemberg
Philologenverband Baden-Württemberg fordert Zeit und Geduld für Umsetzung der Qualitätsoffensive
Mit ´Hauruck´-Konzepten ist den Schulen nicht gedient - "Ja" zu mehr und professioneller Fortbildung, aber "nein" zu verordneter Zwangsfortbildung in den Ferien
Mehr zu: Baden-Württemberg, Lehrerbildung, Unterrichtsausfall, Weiterbildung, Schule"Kaum sind ins Jagdhorn geblasene Töne im Wald der Bildungsvorschläge verhallt, da wird erneut zur Jagd auf die Lehrerschaft geblasen", kritisiert der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, die jüngsten Äußerungen von Finanzminister Willi Stächele zum Thema "Lehrerfortbildung".
Seine Vorschläge, pädagogische Tage und Fortbildung in die unterrichtsfreie Zeit zu verlegen, stoßen beim Philologenverband, dem Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien, auf heftige Kritik. PhV-Landeschef Bernd Saur weist darauf hin, dass Lehrer schon immer die Ferien genutzt hätten, um sich fortzubilden, Unterrichtsmaterialien neu zusammenzustellen, Arbeitskonzepte zu entwickeln, sich mit Kolleginnen und Kollegen abzusprechen und insbesondere in den Sommerferien den Unterricht für die unterschiedlichen Klassenstufen zu planen und vorzubereiten. Das gelte ganz wesentlich auch für die kleineren Ferienabschnitte, die zu großen Teilen zusätzlich mit Korrekturen gefüllt seien. Ein Großteil der Fortbildungen laufe ohnehin an unterrichtsfreien Nachmittagen.
"Herr Stächele wäre gut beraten, wenn er die Gestaltung der ´Qualitätsoffensive Bildung´ seinem Kultusminister in Zusammenarbeit mit Bildungspraktikern überlassen würde. Wir begrüßen sehr, dass die Landesregierung in die Qualität der Bildung eine halbe Milliarde Euro stecken will, doch darf diese Maßnahme nicht mit einer weiteren Arbeitszeitverdichtung der Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien gekoppelt werden – hier ist Entlastung angesagt", so Bernd Saur.
Entscheidend sei jetzt, dass die Qualität der Fortbildungsangebote verbessert wird, dass in beste Fortbildung aus erster Hand investiert werde. "Fortbildungsangebote müssen das ganze Jahr über laufen, damit jede Lehrerin, jeder Lehrer davon profitiert, und zwar aus professioneller erster Hand. Hier sind Kultusministerium und Landesinstitut für Schulentwicklung in enger Zusammenarbeit mit Schulpraktikern und auch die Hochschulen gefordert", schlägt Saur vor. Beklagt wird vom Philologenverband, dass die Mittel für Fortbildungen jährlich zurückgefahren wurden. Saur: "Beispielsweise haben Lehrer für Fortbildungen im fremdsprachlichen Bereich die Kosten für Sprachreisen mit Fortbildungscharakter immer schon selbst finanziert."
Seit Jahren würden Eltern und Schüler in die Planung und Durchführung pädagogischer Tage mit einbezogen, was in den Ferien nicht möglich wäre.
Erheblicher Verbesserungsbedarf besteht nach Auffassung des Verbandes im Bereich der regionalen Fortbildung und der so genannten Sprengelfortbildung. Im Übrigen müssten nicht nur für Fortbildner, sondern für a l l e Lehrkäfte Fortbildungsangebote an Akademien und Universitäten geschaffen werden. Verkehrt sei es, wenn Lehrkräfte auf Fortbildungen verzichten müssten, weil Unterrichtsausfälle befürchtet würden.
Da jetzt mehr Gelder zur Verfügung stünden, wobei der Einstieg in die Senkung des Klassenteilers ja erst ab übernächstem Schuljahr erfolgen wird, werde es auch seitens der Schulen möglich sein, Unterrichtsausfälle durch Vertretungen weitgehend zu vermeiden. "Man sollte es nun erst einmal den Schulen überlassen, sich mit den neuen Möglichkeiten der Qualitätsoffensive auseinanderzusetzen; ein ´Hauruck´-Verfahren ist da wenig nützlich", so Bernd Saur abschließend.
Ansprechpartner
Schule
"Ein Kind mit Lernschwierigkeiten gehört auf eine Regelschule"
08.02.2012. (red) Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Deutschland ein Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geschaffen. Aber der Ausbau inklusiver Bildungsangebote kommt in Deutschland nur schleppend voran. Von den 485.000 Schülern mit sonderpädagogischem ...Sonderthemen
Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...Kindergarten / Vorschule
EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld
03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...- „Das Ipad in der Schule wird die Art des Unterrichtens revolutionieren und sicher Lehrern wie Schülern Spaß machen.“
- D. Helmerich zu Schulbücher in USA auf dem iPad
- „Sprachstandsfeststellung? Ok! Aber doch nicht so!“
- Philsmom zu Sprachtests in NRW: Es geht nicht um die Kinder
Aktuelle Lernhilfen
|
Aktuelle Lernhilfen finden
ein Service von lernklick.de
|










didacta - die Bildungsmesse



Newsletter
Feedback