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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE: Sonderschulen benötigen mehr Unterstützung

Lehrer investieren besonders viel Zeit für die Beratung

Stuttgart, 29.07.2008

Sonderschüler gehören gesellschaftlich gesehen eher zu den Benachteiligten und sollten schulisch deshalb noch viel mehr gefördert werden können, for­dert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Nicht nur beim Streit um die Schulstruktur scheine man die zehn Sonder­schultypen schlichtweg zu vergessen, spreche man doch stets lediglich von der "Dreigliedrigkeit", auch die Versorgung der Sonderschulen mit Lehrer­stunden sei alles andere als erfreulich, moniert der VBE-Sprecher.

"Was wäre das Schulsystem ohne uns Sonderschullehrer und -lehrerinnen?", fragt Barbara Timm, die südbadische VBE-Referatsleiterin Sonderschulen. Sonderschullehrkräfte investieren neben ihrer unterrichtlichen Tätigkeit im Rah­men der Kooperation innerhalb des Deputates viele Stunden in Grundschulen, Hauptschulen, Grundschulförderklassen (für zurückgestellte Schulanfänger) und in Kindergärten, um dort Kinder mit Lernproblemen oder anderen Beeinträchti­gungen respektive Behinderungen diagnostisch zu untersuchen, den vorhande­nen Förderbedarf festzustellen, Förderpläne aufzustellen, Kinder zu betreuen so­wie Kollegen und Eltern zu beraten und systemisch zu vernetzen. Die Frühför­derstunden der Beratungsstellen für Drei- bis Sechsjährige sind dabei noch nicht einmal eingerechnet. "Die Kollegen zählen die Stunden nicht nach Buchhalterart und investieren daher in der Regel mehr Zeit, als ihnen von ihrem Deputat eigentlich zur Verfügung steht", versichert die engagierte VBE-Frontfrau glaub­haft.

Sonderschullehrer benötigen große fachliche und empathische Kompetenz, diag­nostische, beratungstechnische und systemische Kenntnisse. Die Lehrer tragen eine große Verantwortung, da deren psychologisch-pädagogische Gutachten der unteren Schulaufsichtsbehörde als Entscheidungshilfe für die weitere Schullauf­bahn der Kinder dienen. "Wenn dann amtlicherseits angeordnet wird, dass in diesem Bereich gekürzt werden müsse, weil man sonst den Grundbedarf der Sonderschulen an Unterrichtstunden nicht decken könne, dann tut das sehr weh, da dies zu Lasten der Professionalität gehen kann", klagt die VBE-Sonderschul­expertin, die den Beratungsbereich eher erweitert als gekürzt sehen möchte.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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