Philologenverband Baden-Württemberg
Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) zu SPD-Vorschlägen zur Lehrerausbildung:
"Unausgegorene Vorschläge der SPD zur Lehrerausbildung führen zur Verlängerung des Studiums, aber nicht zu mehr Qualität!"
Mehr zu: Baden-Württemberg, Lehrerbildung, Referendariat, Unterrichtsversorgung"Will die SPD auch aus den Lehramtsstudenten eine ´Generation Praktikum´ machen?", fragt der Landesvorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW), Bernd Saur, mit Bezug zu den jüngsten SPD-Vorschlägen zur Lehrerausbildung, dass alle Lehramtsstudenten künftig ein ganzes Jahr lang ein unbezahltes Praktikum an Schulen ableisten sollen.
Nach Auffassung des Philologenverbandes reicht das bisherige halbjährige Praxissemester nach dem Grundstudium aus, um Lehramtsstudenten einen guten Einblick in die Schulwirklichkeit zu vermitteln. Eine einjährige Unterbrechung des Fachstudiums würde die Studienzeit unnötig verlängern und wäre wenig sinnvoll, da die an der Universität erworbenen fachwissenschaftlichen Grundlagen noch nicht ausreichen, um wirklich gewinnbringende erste Erfahrungen mit der Unterrichtsrealität machen zu können. "Unausgegorene Vorschläge der SPD zur Lehrerausbildung führen zur Verlängerung des Studiums, aber nicht zu mehr Qualität!"
"Allein zu Hospitationszwecken muss nicht ein ganzes Jahr geopfert werden", sagt Saur und stellt fest: "Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass die Rückkehr zum zweijährigen bezahlten Referendariat bedeutend sinnvoller wäre, denn dann könnten die Referendare wie früher – auf gute fachwissenschaftliche Kenntnisse gestützt – ein Jahr lang erste Unterrichtserfahrungen sammeln und im darauf folgenden zweiten Jahr selbstständig unterrichten." Bernd Saur weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Lehramtsstudenten im derzeit verlangten Praxissemester durchaus erste berufliche Einblicke gewinnen und ihre Eignung für den Lehrerberuf testen könnten.
Angesichts des zunehmenden Lehrermangels sieht der PhV-Vorsitzende bei einem einjährigen Praktikum auch die Gefahr, dass Lehramts-Praktikanten dann als kostenlose Hilfslehrer zur Vermeidung von Unterrichtsausfall eingesetzt werden. "Die SPD wäre daher gut beraten, die aus ihren Plänen zur Lehrerausbildung resultierenden möglichen Konsequenzen zu bedenken, bevor sie derartige Sommerlochvorschläge unterbreitet", so Saur abschließend.
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