Unterschiedliche Lernvoraussetzungen bei Schulanfängern und Schülern werden von den Lehrkräften der Grundschulen in hervorragender Weise auszugleichen versucht und ausgeglichen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Kinder aus bildungsfernen oder bildungsnahen, aus heimischen oder aus Elternhäusern mit Migrationshintergrund kommen. Das Streben nach Beurteilungsgerechtigkeit billigt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ausdrücklich allen Lehrkräften zu. Was letztlich aber für Ungerechtigkeit sorgt, ist der Stellenwert, der Bildung im Elternhaus eingeräumt wird, wie man Kinder durch Zuwendung, Bücher, Spiele, Musikinstrumente, Museums- oder Zoobesuche, durch Gespräche und Anteilnahme möglichst früh und verlässlich daheim fördert, was man für ihre geistige, seelische und körperliche Entwicklung tut.
Diese Auffassung vertritt die VBE-Referatsleiterin "Grundschule", Ingrid Furrer (Schwanau) angesichts der immer wieder aufkeimenden Vorwürfe, dass Kinder ohne deutschen Pass schlechtere Chancen in der Schule haben, insbesondere beim Übergang in weiterführende Schulen. "Schüler bekommen ohne Ansehen der Person bei fünf Fehlern im Diktat die gleiche Note, egal ob Arztsohn oder Tochter eines zugewanderten Bauarbeiters", ist der VBE überzeugt. Dass bei der Übergangsempfehlung zusätzlich so genannte Stützfaktoren eine Rolle spielen (Ausdauer, Fleiß, Konzentrationsfähigkeit, soziales Umfeld usw.) ist nach Furrers Ansicht richtig und wird von Schullaufbahnberatern ebenso gesehen. Schließlich sei diese Empfehlung als Prognose für die nächsten Schuljahre gedacht.
Die Schule muss allerdings zwangsläufig dort versagen, wo Defizite erkannt werden, diese aber mangels zur Verfügung stehender Stütz- und Förderkursstunden nicht kompensiert werden können, so Ingrid Furrer. Deshalb fordere der VBE die Übernahme solcher Stunden in den Pflichtbereich, wie es vor zwei Jahrzehnten bereits der Fall gewesen sei. Aus Gründen von Sparmaßnahmen hätte die Kultusverwaltung dann aber diese Stunden in den Ergänzungsbereich übernommen und somit damit indirekt veranlasst, dass nicht genügend Lehrerstunden dafür zur Verfügung gestellt werden.
Verband Bildung und Erziehung (VBE)
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