Realschullehrerverband NRW
Realschulen weiter im Abseits
Schuljahresauftakt: Schwierige Bedingungen für Realschulen
Mehr zu: Klassenfrequenz, Nordrhein-Westfalen, Realschule, Schulgesetz, Schulstruktur, Unterrichtsversorgung, Vergütung, SchuleDie positiven Aussichten, die das Schulministerium für das Schuljahr 2008/2009 zeichnet, empfindet der Realschullehrerverband NRW als weitaus weniger rosig. "Bei der Klassenfrequenz, bei der Schüler-Lehrer-Relation und bei der personellen Ausstattung haben die Realschulen nach wie vor gravierende Nachteile, die sich im neuen Schuljahr – wenn überhaupt – nur marginal verbessern", erklärt RLV-Vorsitzender Ulrich Brambach.
Stolz verkündet die Landesregierung beispielsweise, dass sich die Schüler-Lehrer-Relation – also die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die auf eine Lehrerstelle kommen – auf 17,49 verbessert hat. Dieser Wert bezieht aber alle Schulformen ein und ist daher wenig aussagekräftig. Die Realschulen sind von dieser Quote jedenfalls meilenweit weg. Mit einem Wert von 21,24 haben sie nach wie vor die schlechteste Schüler-Lehrer-Relation aller Sek I-Schulformen.
Die Klassenfrequenzen sind ebenfalls noch weit von günstigen Bedingungen entfernt. Etwa 28 Schüler beträgt die durchschnittliche Klassengröße an den Realschulen. Das ist immer noch viel zu viel. "Wenn die Landesregierung den demografischen Wandel ernsthaft für kleinere Klassen und mehr Unterrichtsqualität nutzen will, sollte sie ein Zeichen setzen und die im Schulgesetz nach wie vor festgeschriebene Klassen-Obergrenze von 30 Schülern deutlich absenken", so Brambach.
Als gravierendes Hindernis zur Gewinnung qualifizierter und motivierter Lehrkräfte erweist sich das nach wie vor ungelöste Problem der unterschiedlichen Besoldung. Brambach: "Gerade in Mangelfächern wandern gut ausgebildete Lehrkräfte ab, weil sie in anderen Bundesländern mehr verdienen können und dort zudem bessere Bedingungen für eine Verbeamtung vorfinden. Auch in NRW werden Lehrer innerhalb der einzelnen Schulformen in puncto Besoldung ungleich behandelt. Dabei hat die Landesregierung mit der Reform der Lehrerausbildung durch die Festlegung gleich langer Ausbildungszeiten die Voraussetzung geschaffen, dass es künftig keine Lehrer 1. und 2. Klasse mehr gibt. Das sollte sich dann aber auch im Portemonnaie bemerkbar machen."
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